Die neuerlichen Pläne der Stadt Hannover für den Raschplatz stoßen bei der Partei Die Linke auf deutliche Kritik. Statt hunderttausende Euro in Graffiti-Projekte, Kunstinstallationen und Eventformate zu investieren, muss die Stadt nachhaltig soziale Hilfsangebote fördern.
„Der Raschplatz ist kein Marketingproblem, sondern ein sozialpolitisches“, erklärt Felix Mönkemeyer, Ratsmitglied der Linken. „Wenn die Stadt 250.000 Euro für ein Bodengraffiti ausgeben kann, dann sollte sie erst recht ausreichend Mittel für niedrigschwellige medizinische Versorgung, Sozialarbeit und Unterstützung für wohnungslose Menschen bereitstellen. Wer die Probleme am Raschplatz wirklich lösen will, muss bei den Ursachen ansetzen. Frühere Maßnahmen vor Ort haben bereits gezeigt, dass Aufwertungsprojekte häufig zu Verdrängung führen, ohne die sozialen Probleme wirklich zu lösen.“
Neil Hollstein-Schult, stellvertretender Vorsitzender der Linken Hannover, ergänzt: „Im Umgang mit dem Raschplatz zeigt sich ein grundsätzliches Problem fehlgeleiteter Politik. Es geht zu oft um kurzfristige Scheinlösungen, die zudem ein System der sozialen Kälte stützen. Echte Veränderung gibt es nur, wenn wir an der Ursache ansetzen. Das bedeutet, wir brauchen soziale Gerechtigkeit und Solidarität. Sichere Orte entstehen durch die Sicherheit aller. Darauf haben wir einen Anspruch, genau wie auf eine Stadt, die uns allen gehört!“
Aus Sicht der Linken braucht es für den Raschplatz eine langfristige soziale Strategie statt kurzfristiger Imageprojekte. Das Ziel muss sein, den Platz für alle Menschen lebenswerter zu machen. Dafür müssen die Bedürfnisse aller berücksichtigt und soziale Unterstützungsstrukturen ausgebaut werden.