DEKRA e.V. informiert:

Vorsicht an der Bushaltestelle!

Hannover, 15.09.2018 - DEKRA warnt: Nicht vor oder hinter dem Bus die Fahrbahn queren!
Schrittgeschwindigkeitsregel gilt auch für Gegenverkehr!
DEKRA Schulungsbus für Schüler-Training unterwegs.



Der Bus zählt zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt und ist im Straßenverkehr das sicherste. Trotzdem ereignen sich jedes Jahr noch rund 6.000 Unfälle mit Bussen, die meisten im Linienverkehr. Im Jahr 2016 kamen allein mehr als 4.000 Schüler im Schulbusverkehr zu Schaden. Viele dieser Unfälle wären durch umsichtiges Verhalten vermeidbar gewesen, so die Sachverständigen von DEKRA.

„Vor allem an den Haltestellen kommt es zu schweren Unfällen, wenn Fahrgäste direkt nach dem Aussteigen vor oder hinter dem Bus die Fahrbahn überqueren wollen. Diese Situation ist für Fußgänger wie Autofahrer ganz schwer zu überblicken“, sagt DEKRA Unfallforscherin Stefanie Ritter. Im Jahr 2017 verunglückten laut amtlicher Statistik an Haltestellen 706 Personen, zwei von ihnen kamen ums Leben. Die wichtigste Regel lautet daher: Nie vor oder hinter einem haltenden Bus über die Straße gehen, sondern immer warten, bis der Bus abgefahren ist. Dann sieht man erst wirklich, ob die Fahrbahn frei ist und gefahrlos überquert werden kann.


Auch viele Autofahrer kennen die Regeln an Bushaltestellen nicht. Für sie gilt:

Überholverbot. Nähert sich ein Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht einer Haltestelle, dürfen andere Fahrzeuge den Bus grundsätzlich nicht überholen. Autofahrer müssen damit rechnen, dass verspätete Buspassagiere noch schnell die Straße überqueren.

Schrittgeschwindigkeit. Steht der Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an der Haltestelle, dürfen Fahrzeuge zwar am Bus vorbeifahren, aber nur mit Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7 km/h) und genügend Abstand. Fußgänger dürfen nicht gefährdet werden.

Gegenverkehr. Was viele nicht wissen: Diese Regelung gilt auch für den Gegenverkehr. Auch Autofahrer, die dem Bus entgegenkommen, müssen jederzeit anhalten können, wenn ein Fußgänger am Bus die Straße quert.

Damit solche Situationen erst gar nicht entstehen, ist es wichtig, genügend Zeit für den Weg zum Bus einzuplanen, vor allem auch für Kinder. „Wer spät kommt, ist versucht, noch schnell über die Straße zu rennen, ohne auf den Verkehr zu achten“, sagt Ritter.

An der Haltestelle Abstand halten – erst aussteigen lassen
Auch beim Warten an der Haltestelle ist Vorsicht geboten. Wartende sollten mindestens einen Meter Abstand zum Bordstein halten, da der Bus beim Ein- und Ausfahren etwas ausschwenkt. Ist die Haltestelle mit Absperrgittern gesichert, müssen auch Ungeduldige hinter dem Gitter warten, damit sie nicht zwischen dem Gitter und dem ein- oder ausfahrenden Bus eingeklemmt werden können.
Beim Einsteigen gilt die Devise: Erst aussteigen lassen, dann einsteigen. Drängeln ist dabei „out“. Allzu leicht führt dies zum Stolpern und zum Sturz. Die Gänge sind in Bussen im Ernstfall auch Rettungswege und dürfen nicht zugestellt werden. Gepäckstücke gehören unter den Sitz oder auf die Gepäckablagen, größere Teile in Reisebussen in die Gepäckfächer unten im Bus. In allen Bussen mit Sicherheitsgurten sind die Fahrgäste verpflichtet, den Gurt anzulegen.


DEKRA Schulungsbus für Schüler-Training


Um Schülern die wichtigsten Verhaltensregeln beim Busfahren anschaulich zu machen, setzt DEKRA bundesweit einen Niederflurbus als Schulungsfahrzeug ein. Mit Crash-Test-Dummy und anderem Equipment wird gezeigt, welche Gefahren mit einer starken Bremsung verbunden sind und welche Gefahren drohen, wenn man den Rädern des Busses zu nahekommt. Das Schulungsfahrzeug wird auch im Rahmen der Verkehrserziehung an Schulen eingesetzt.


Über DEKRA
Seit mehr als 90 Jahren arbeitet DEKRA für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. ist eine der weltweit führenden Expertenorganisationen geworden. Die DEKRA SE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des DEKRA e.V. und steuert das operative Geschäft des Konzerns. Im Jahr 2017 hat DEKRA einen Umsatz von mehr als 3,1 Milliarden Euro erzielt. Mehr als 44.000 Mitarbeiter sind in über 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten im Einsatz. Mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen arbeiten sie für die Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause. Das Portfolio reicht von Fahrzeugprüfungen und Gutachten über Schadenregulierung, Industrie- und Bauprüfung, Sicherheitsberatung sowie die Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen bis zu Schulungsangeboten und Zeitarbeit. Die Vision bis zum 100. Geburtstag im Jahr 2025 lautet: DEKRA wird der globale Partner für eine sichere Welt.



Wolfgang Sigloch
Pressesprecher Automotive

DEKRA e.V.
Sitz Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, VR-Nr. 2265
Präsident des Präsidialrats: Thomas Pleines
Vorstand: Stefan Kölbl (Vorsitzender), Thomas Müllerschön

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