Staatsanwaltschaft Verden erhebt Anklage

49-jähriger Hobbyangler 1984 an der Weser in Nienburg erschlagen

Verden, 26.07.2018 - Nachdem in der Nacht vom 03.07. auf den 04.07.1984 der damals 49-jährige Wilhelm Rettbergin Nienburg am Weserwall ausgeraubt und getötet worden war, hat die Staatsanwaltschaft Verden gegen einen heute 54-jährigen Anklage wegen Mordes zum Landgericht Verden erhoben. Weil der Angeschuldigte zur Tatzeit 20 Jahre alt war und damit in strafrechtlicher Hinsicht Heranwachsender war, war die Anklage zur Jugendstrafkammer zu erheben. Dem Angeschuldigten wird die Tötung aus Habgier bzw. in Verdeckungsabsicht vorgeworfen. Soweit auch ein Tatverdacht wegen Raubes in Betracht kam, ist insoweit Verjährung eingetreten. Der Angeschuldigte befindet sich in anderer Sache in Strafhaft.

Zum Hintergrund:
Wilhelm Rettberg war leidenschaftlicher Hobbyangler und hatte sich am Abend des 03.07.1984 in Richtung des Weserwalls begeben, um dort nach Würmern zu suchen. Sein Leichnam wurde am folgenden Morgen um 6:50 Uhr am Weserwall, rechte Weserseite in Höhe des Bürgermeister-Stahn-Walls, an der Uferbefestigung gefunden. Das Opfer hatte infolge erheblicher Gewalteinwirkung gegen den Kopf ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, an dem es verstarb. Ein Tatverdächtiger konnte lange Zeit nicht ermittelt werden.

Aufwändige Ermittlungen waren es, mit denen der Staatsanwaltschaft Verden die Aufklärung dieses sog. „cold case" gelang. Nach rund 2-jährigen intensiven Ermittlungen, die eine Vorstellung des Falles in der Fernsehsendung „Aktenzeichen xy ... ungelöst" und mehrere Zeugenvernehmungen in Kanada umfassten, konnte Anklage erhoben werden.