Frankfurter Rundschau:

Wer hat, dem wird gegeben

Frankfurt am Main, 28.06.2018 - Da wird eine Menge Geld ausgeschüttet, aber es fließt zielgenau am Notwendigen vorbei.
Das gilt zum einen für Kindergeld und Kinderfreibetrag: Seit Jahren weisen Sozialverbände hier auf strukturelle Fehler hin. Erstens bringt der Freibetrag, der sich für höhere Einkommen lohnt, mehr ein als das Kindergeld, das die weniger Verdienenden erhalten. Zweitens gehen die Ärmsten, etwa Hartz-IV-Bezieher, beim Kindergeld ganz leer aus. Es entsteht eine Verteilungswirkung nach oben.
Drittens fragt sich, ob das Geld nicht besser ausgegeben wäre für strukturelle Verbesserungen bei Kita und Schule. Und das Baukindergeld? Ist ein fast noch größerer Unsinn, denn es kommt nur denen zugute, die ohnehin genug zum Bauen haben, und es könnte die Preisspirale beim Neubau noch verstärken.
Schön, dass die Regierung noch handelt. Schade, dass sie tut, was sie lassen sollte.