BERLINER MORGENPOST:

In Nordsyrien droht die Eskalation Kommentar von Jan Jessen

Berlin, 20.01.2018 - Die Türkei will ein neues, blutiges Kapitel im Syrienkrieg aufschlagen. Gestern vermeldete der türkische Verteidigungsminister den Beginn der Militäroffensive gegen den kurdischen Kanton Afrin. Für Ankara ist der Angriff eine Antiterroroperation, die sich gegen die Kurdenmiliz YPG richtet. Diese Miliz ist aber der engste Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Die türkischen Angriffe auf die kurdischen Verbündeten der USA sind zugleich ein ungeheurer Affront. Präsident Erdogan hatte mehrfach mit einem Angriff gedroht. Washington hat diese Drohungen nicht ernst genommen. Ein Fehler. Es scheint, als würden die syrischen Kurden wie schon die irakischen von ihren westlichen Partnern im Stich gelassen. Es ist gefährlich, auf die Verlässlichkeit von Demokraten zu setzen. Was für eine bittere Erkenntnis.