Stuttgarter Zeitung:

Kommentar zum Einmarsch der Turkei in Syrien

Stuttgart, 20.01.2018 - Die angedrohte Militärintervention gegen die syrischen Kurden im Bezirk Afrin zeigt die Entschlossenheit von Präsident Erdogan, keine kurdische Autonomie in Syrien zuzulassen. Allerdings kann die Türkei nicht alleine entscheiden, was nach Kriegsende beim Nachbarn geschehen wird - das Wort Russlands wird großes Gewicht haben. Es ist durchaus möglich, dass in Nordsyrien eine kurdische Selbstverwaltung entsteht, die von der Türkei bekämpft wird. Damit würde ein Dauerkonflikt entstehen, der auch nach einer Einstellung der Kämpfe im Rest von Syrien anhalten würde. Auch das Kurdenproblem in der Türkei könnte sich verschärfen. Dann wäre die Türkei der große Verlierer des Syrien-Krieges.