Wasserverband Garbsen-Neustadt

Starker Anstieg des Wasserpreises ist nicht mehr vermeidbar

Garbsen & Neustadt, 09.12.2017 - In der Sitzung vom 5.12. folgte der Verbandausschuss des Wasserverbandes Garbsen-Neustadt (WVGN) "mehrheitlich" dem einmütigen Vorschlag des Verbandsvorstandes und beschloss die Anpassung des Arbeitspreises von 1,29 Euro/m? auf 1,75 Euro/m? (36%) sowie die des Grundpreises von 7,30 Euro/Monat auf 8,50 Euro/Monat (16%) zum 1.1.2018.


Großer Finanzierungsbedarf im Rohrnetzerneuerungsprogramm

Zur Erläuterung war die langfristige Entwicklung bis zum Geschäftsjahr 2032 dargestellt und diskutiert worden. Der Grundwasserschutz erfordert zusätzliche Maßnahmen, ebenfalls sind für die Sicherung der eigenen Wassermengen neue Brunnen zu errichten. In den Wasserwerken und Behältern stehen ebenfalls bauliche und technische Erneuerungsmaßnahmen an. "Der größte Finanzierungsbedarf ergibt sich mittel- und langfristig aus Fortsetzung und Intensivierung des im GJ 2012 gestarteten Rohrnetzerneuerungsprogramms" teilte der Geschäftsführer Stephan Schumüller auf der Sitzung mit. "Für das eingesetzte Material ist an vielen Stellen die technische Lebensdauer nach über 60-70 Jahren bei Rohrleitungen, Hausanschlüssen und Armaturen erreicht. Für die sichere Trinkwasserversorgung ist daher die rechtzeitige Erneuerung erforderlich." Die wachsende Bevölkerung bzw. neue Baugebiete, insbesondere im Garbsener Raum, machen die Erweiterung der Leitungen, teilweise sogar die Vergrößerung bestehender Rohrquerschnitte zusätzlich notwendig.

Wesentlicher Grund für die Preiserhöhung ist auch die Änderung der Bilanzierung: Erneuerungsinvestitionen haben in den letzten 5 Jahren zu stetiger Erhöhung der Verschuldung des Verbandes geführt. Da der Verband keine Gewinne erzielt, erfolgt die Finanzierung neben Abschreibungen über Darlehensaufnahmen. "Ab 2018 sollen die Maßnahmen unmittelbar über den Wasserpreis finanziert werden, was für die Zukunft eine Reduzierung der Verschuldung bedeutet. Andernfalls müssten die heutigen Ausgaben von nachfolgenden Generationen geleistet werden", ergänzte der kaufmännische Leiter Sebastian Kratz.


Wasserversorgung gut und nachhaltig aufgestellt

Der WVGN sieht die Wasserversorgung im Verbandsgebiet mit den aktuellen Beschlüssen gut und nachhaltig aufgestellt. Eine aktuelle Befragung von deutschen Wasserversorgungsunternehmen zeigt, dass bei fast allen in den nächsten Jahren ein sehr großer Handlungsbedarf bei der Sanierung von Rohrleitungen und Hausanschlüssen besteht. Der rechtzeitige Erhalt und Ausbau der Wasserinfrastruktur ist ein zukunftsweisendes Ziel für den Verband. Dies gilt in der Wasserversorgung genauso wie für andere Infrastrukturanlagen wie z.B. Brücken und Straßen.

Dem Verband ist der Umfang der Preiserhöhung bewusst. Die Mehrkosten belaufen sich bei einer Familie mit 3 Personen und einem Verbrauch von 120 m? auf 5,80 Euro/Monat bzw. 23,20 Euro pro Person und Jahr. Damit liegt der Wasserpreis des Verbandes im bundesweiten Vergleich im Durchschnitt.