Hannes Koch, Berlin in der Neuen Westfaelischen (Bielefeld):

Verlaengerung der Glyphosat-Zulassung auf Druck der Agrarlobby

Bielefeld, 27.11.2017 - Angeblich funktioniert die Große Koalition in Berlin gut. Der Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat liefert nun ein Gegenbeispiel. Im Windschatten der unklaren Regierungssituation in Berlin brach CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt eine Vereinbarung mit SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks. Schmidts Vertreter bei der EU in Brüssel stimmte dafür, dass Glyphosat weitere fünf Jahre verwendet werden kann. In der Sache hat sich die traditionelle Agrarlobby durchgesetzt. Glyphosat ist wirksam und billig. Andererseits tötet es auch Insekten, was zum Problem für die Regenerationsfähigkeit der Natur wird. Zudem streiten Wissenschaftler darum, ob die Chemikalie Krebs bei Menschen auslöst. Die negativen Aspekte hätten stärker berücksichtigt werden müssen. Die Voraussetzungen dafür werden dennoch besser. Denn auf EU-Ebene erhält der Wirkstoff nur die grundsätzliche Zulassung. Nationale Behörden können die konkrete Anwendung einschränken. Zu hoffen ist, dass der Einsatz auf hiesigen Äckern allmählich zurückgedrängt wird.