Garbsen

Servicebetriebe erwarten milden, aber dennoch arbeitsintensiven Winter

Der Unimog kommt zum Einsatz, wenn die Schneedecke hoch ist. Im Bild: Andreas Froehlich, Juergen Schmoling und Meino Heuer.

Garbsen, 28.11.2017 - Wenn sie nicht wären, käme der Verkehr bei Schnee und Eis zum Erliegen: Die Mitarbeiter der Servicebetriebe Garbsen bereiten sich auf einen eher milden Winter vor. Dennoch haben Meino Heuer und sein Team alle Hände voll zu tun.

Der Winterdienst beginnt wenn es frostig kalt ist jeden Morgen um 2 Uhr. Mitarbeiter der Servicebetriebe prüfen an neuralgischen Punkten, ob und in welchem Umfang ein Einsatz notwendig ist. Falls es glatt ist und ein Schneeräumen erforderlich, werden die anderen Mitarbeiter des Teams ab 3 Uhr aus ihren Betten geklingelt. Die folgende Arbeit ist körperlich anstrengend, nicht nur wegen der frühen Stunde. Wer schon einmal bei starkem Schneefall mit dem Auto im Dunkeln unterwegs war, weiß wie viel Kraft es erfordert, im vom Schnee reflektierten Scheinwerferlicht Hindernisse auszumachen. Volle Konzentration ist gefragt. Auch das Freischaufeln von Bushaltestellen ist nicht ohne, muss es doch in Handarbeit erledigt werden. "Wer vom Dienst nach Hause kommt, braucht eigentlich kein privates Sportprogramm mehr", sagt Andreas Fröhlich, Sachgebietsleiter Tiefbau bei den Servicebetrieben.

300 Kilometer Straßenlänge sind zu bearbeiten. "Fahren wir die Tour hin und zurück, kommen wir auf insgesamt 600 Kilometer", rechnet Heuer vor. Hauptverkehrsstraßen haben Priorität. Danach folgen Schulwege und Bushaltestellen. Zuletzt Siedlungsstraßen.

Auch Anlieger sind in der Pflicht: Sämtliche Fußwege müssen im Winter bis 7 Uhr geräumt werden. Zum Streuen kann wahlweise Asche, Sand oder Split verwendet werden. Salz hingegen wird zwar oft günstig zum Kauf angeboten, ist aber umweltschädlich und daher nicht erlaubt. "Wir bieten für Bürger auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, sich bei uns kostenloses Streugut abzuholen", so Heuer. Die Ausgabe erfolgt auf dem Hof der Servicebetriebe am Friedhof Planetenring und auf dem Bauhof in Havelse. Pro Haushalt werden 20 Liter herausgegeben.
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Große Sorge bereitet Heuer der Klimawandel. "Man kann sich auf den Wetterbericht nicht mehr verlassen", sagt er. Extremes Wetter nehme weltweit zu. "Hier bei uns in Garbsen macht sich der Klimawandel auch schon bemerkbar. Dieses Jahr gab es enorme Regenmengen, da haben ganze Straßen und Plätze unter Wasser gestanden", so Heuer. In der Region Hannover sei die globale Erwärmung auf 1,4 Grad bezifferbar. "Wir müssen jetzt endlich gegensteuern, das Thema geht uns alle an", mahnt Heuer. Mit seinem Team ist er seit sechs Jahren dabei, mit der Energie vernünftig zu haushalten. Ständig wird daran gearbeitet, einen geringeren Verbrauch zu erzielen. Die Servicebetriebe haben Erdgas- sowie Elektrofahrzeuge angeschafft und setzen etwa bei Laubbläsern und Heckenscheren auf einen Akkubetrieb.