Garbsen-Berenbostel:

Konfirmanden besuchen kommunalen Friedhof

Pastor Grossmann (in der braunen Jacke) und Monika Morgner sind mit ihrer Konfirmandengruppe auf dem Friedhof in Berenbostel zu Gast.

Garbsen, 27.11.2017 - Dass auch Friedhöfe Trends unterworfen sind, erfuhren Konfirmanden der Stephanusgemeinde Berenbostel bei einem Besuch des städtischen Friedhofs in Berenbostel. Auch überraschend für die Teilnehmer: Die Größe der Gräber variiert sehr.

Wilhelm Meine, Sachgebietsleiter Friedhöfe bei der Stadt Garbsen, empfing die Gruppe, die unter anderem von Pastor Ewald Grossmann begleitet wurde, zum Rundgang. Die Konfirmanden zeigten sich interessiert und stellten viele Fragen. Unter anderem waren anonyme Bestattungen Thema. Die Jugendlichen erfuhren, dass nicht nur Urnen, sondern auch Särge, falls gewünscht, ohne Aufstellen eines Grabsteins beigesetzt werden können und diskutierten darüber, dass das Trauern schwer fällt, wenn ein Grab nicht als solches erkennbar ist.

Neu war für die jungen Besucher auch, dass die Größe von Gräbern zwischen 40 mal 40 Zentimeter bis hin zu einem mal 2,10 Meter variiert und die Möglichkeiten der Gestaltung vielfältig sind. So sind auf den Grabmalen auf dem Berenbosteler Friedhof unter anderem Motorräder, Flugzeuge, Segelschiffe, Ringe, Blumen, Vögel, christliche Symbole, Reliefs, aber auch Fotos zu sehen. Beeindruckt waren die Jugendlichen insbesondere von den teilweise mehr als 20 Quadratmeter großen Wahlgrabstätten auf dem älteren Teil des Friedhofs, deren Gestaltung vom grün umrankten Flötenspieler auf einer Säule bis zum kunstvoll geschnittenen Pflanzenkreuz reicht.

Dass jedes Grab vor Ablauf des Nutzungsrechts zurückgegeben werden kann, war auch nicht allen Teilnehmern bekannt. Pastor Grossmann erläuterte, dass es zum Zweck der Familienzusammenführung manchmal Umbettungen gibt und schlug mit seinen Ausführungen einen Bogen von der Zeit vor der Geburt bis nach dem Tod.

Die Träger kommunaler Friedhöfe hätten immer ein Ohr an aktuellen Trends, um im Wettbewerb bestehen zu können, berichtete Meine. Bepflanzte, pflegefreie Themengräber wie Rosen- oder Heidegärten oder Baumgräber sowie Kolumbarien in ausgedienten Gebäuden seien Beispiele dafür.? "Meiner Meinung nach macht die absolute Vielfalt der Möglichkeiten unserer Friedhöfe viele der derzeit modernen Alternativbeisetzungen überflüssig", brach Meine eine Lanze für die kommunalen Friedhöfe.

Wie die Konfirmandengruppen der Stephanusgemeinde versteht sich auch der Friedhof Berenbostel als überkonfessionell. Neben Protestanten und Katholiken, Gläubigen und Menschen, die ohne Religionszugehörigkeit waren oder diese nicht nennen wollten, sind dort auch Muslime und Menschen aus dem asiatischen Raum beigesetzt.