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Herouville-St.-Clair und Garbsen bekraeftigen deutsch-franzoesische Freundschaft

Festlicher Empfang: Rodolphe Thoma begrue3t Delegationen aus Garbsen und Agnam in Herouville-St.-Clair

Garbsen, 28.05.2017 - Paris, 22. Januar 1963: Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle unterzeichnen im Pariser Elysee-Palast den Elysee-Vertrag. Anschließend umarmen sich Adenauer und de Gaulle - eine große Geste, die zu einem Symbol für die deutsch-französischen Beziehungen geworden ist.

Garbsen, 28. Dezember, 1966: Nur drei Jahre nach dem Elysee-Vertrag unterzeichnen der damalige Bürgermeister Havelses, Ekkehard Wagler und Andre Vermeulen, Bürgermeister der Stadt Herouville-St.-Clair, den Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Städten.


Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Freundschaft zwischen Garbsen und der Stadt in der Normandie ist Ende Mai eine Delegation mit mehr als 30 Garbsenern in die Stadt nahe Caen gereist - darunter Vertreter aus Politik, Verwaltung und Städtepartnerschaftsverein, Musiker und Jugendliche (Bild).


"Deutschland und Frankreich sind Freunde und Partner. Ob in der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft und in der Kultur: Mit kaum einem Land in Europa sind wir Deutschen so eng und freundschaftlich verbunden wie mit Frankreich", würdigte Garbsens Bürgermeister Christian Grahl die Städtepartnerschaft beim Festakt im Rathaus von Herouville-St.-Clair. Die Geschichte der Freundschaft werde nicht nur von Repräsentanten beider Staaten geschrieben: Im Vordergrund stehe die Begegnung der Bürger beim kulturellen Austausch und gesellschaftspolitischen Engagement. "Es muss nicht immer die große Politik sein, wenn es um internationale Beziehungen geht. Auch Städte können zum Motor der europäischen Einigung, vor allem aber der unmittelbaren Zusammenarbeit, werden", sagte Grahl in seiner Rede.
Neben dem regelmäßigen Schüleraustausch zwischen beiden Städten sei das Projekt "Wasser für Agnam" ein Schwerpunkt der Städtepartnerstadt mit großer internationaler Strahlkraft. "Ob die Wasserversorgung, der Bau von Schulen oder aktuell die Einrichtung von Biogasanlagen: Das Projekt Wasser für Agnam ist seit Mitte der Achtzigerjahre ein Erfolgsmodell. Was Garbsener seit der Vereinsgründung 1986 mit unseren französischen Freunden in Agnam ermöglicht haben, ist bemerkenswert", betonte Grahl.
Er und der Bürgermeister von Herouville-St.-Clair Rodolphe Thoma bekräftigten die Partnerschaft mit einer feierlichen Erneuerung der Gründungsurkunde. Vorher tauschten beide spontan für diesen Festakt ihre Bürgermeisterinsignien, die Garbsener Amtskette, die damals schon Grahls Vorgänger Wagler trug, und die Schärpe in den französischen Landesfarben.


Eine Herausforderung für die Zukunft sei es, junge Menschen für die Städtepartnerschaft zu begeistern und weitere Begegnungen zu ermöglichen. Garbsen und Herouville schaffen dafür neue Möglichkeiten: "Auf Anregung unserer französischen Freunde werden wir jungen Menschen die Gelegenheit geben, die jeweilige Partnerstadt ein Jahr lang kennenzulernen", kündigte Grahl an. Am 1. September werde ein junger Franzose seinen Freiwilligendienst in Garbsen antreten - zeitgleich ein Garbsener seinen in Herouville-St.-Clair. Die Ausschreibungen laufen aktuell. Und auch die Garbsener Jugendlichen, die an der Fahrt teilnahmen, wollen ihren Besuch in Frankreich unbedingt wiederholen. "Sie haben schon auf der Rückfahrt im Bus überlegt, welche frischen Impulse sie setzen können, wie die Partnerschaft auch zukünftig belebt werden kann", sagte Schulsozialarbeiterin Sandra Weipert, die die Gruppe begleitete.


Ob bei einer Rallye durch Herouville-St-Clair, dem Besuch der Normandiestrände, an denen im Zweiten Weltkrieg die Alliierten gelandet waren, oder beim Stadtfest "F?te des communautes" - der Besuch in Frankreich bot viele Gelegenheiten zum Austausch und Feiern bei Tanz und Musik in der französischen Stadt, in der rund 70 Nationen leben. Apropos Musik: "Für einen besonders emotionalen Moment sorgte das Konzert mit Musikensembles aus beiden Städten", sagte Mitorganisator Uwe Witte, Leiter der städtischen Kulturabteilung. Gemeinsam mit neun Lehrkräften des Conservatoire d`Herouville ließ das Garbsener Salonorchester "Pardon? Salon!" unter anderem Jacques Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" sowie "C est magnifique" von Cole Porter erklingen - ein bewegender musikalischer Ausdruck der Städtepartnerschaft.
Der Gegenbesuch anlässlich des 50-jährigen Bestehens folgt bereits im nächsten Monat: Vom 15. bis 19. Juni ist eine Delegation aus Herouville in Garbsen zu Gast.