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Kultur
- Artikel aus den Monaten Oktober/November -


Inhalt:
Frühstückspension - Ein verblüffender Krimi zwischen Küste und Hannover
120 Gäste kamen zur Vernissage



Leineblick: Kultur
Buchempfehlung:
Frühstückspension - Ein verblüffender Krimi zwischen Küste und Hannover
- von Wolfgang Siebert -
»Guck nicht so, als würde ich Schwachsinn reden!« Tomke interpretiert meinen Gesichtsausdruck richtig.
»Ich weiß, wovon ich rede. Du hast keine Ahnung, wie schwer es ist, eine Leiche verschwinden zu lassen. Es passiert nicht jede Nacht, dass Straßenarbeiter dir schon eine Grube mit lockerer Erde vorbereitet haben. Und am nächsten Morgen bemerkt niemand etwas, und die Stelle wird frisch asphaltiert.«
»Dein Mann, du hast ihn verbuddelt?«, stottere ich. Tomke nickt: »Ja, in der Nähe der Stumpenser Mühle.«
»Warum sollten wir nicht noch einmal Glück haben? Tomke, bitte! Lass es uns versuchen.«
Sie schüttelt energisch den Kopf.
»Nein, wir bleiben hier. Kopfloses Handeln bringt uns nicht weiter. Mein Glück hat nämlich einen Haken. Einen ganz entscheidenden.«
Sie gibt ihrer Stimme einen warnenden Unterton, den ich zu überhören versuche.
»Was für einen Haken? Ich verstehe das alles nicht«, lamentiere ich weinerlich. Diesen Ton hasse ich an mir, und ich spüre, er geht Tomke auch auf die Nerven.
»Das brauchst du auch noch nicht zu verstehen.« Sie packt mich resolut an den Schultern und dreht mich wieder in Richtung Wagen.
»Jetzt reiß dich zusammen! «
Sie kann nur mühsam ihre Ungeduld verbergen. Und sie hat recht. Ich sollte mich langsam zusammenreißen. Schließlich hat sie einen Plan. Solange ich keinen eigenen habe, sollte ich einfach ihren befolgen.
Es fängt an zu regnen. Ich bleibe stehen und schließe die Augen.
»Fahr endlich den Wagen in die Garage!«, treibt Tomke mich weiter an. »Von dort können wir ihn mit einer Schubkarre ins Haus transportieren.« Sie strahlt die Sicherheit einer Feuerwehr- Einsatzleiterin aus. Aber ihr Mut springt nicht auf mich über. Im Gegenteil, er macht mich noch hilfloser.
»Mach du das!«, flehe ich sie an. »Ich kann nicht noch einmal in den Wagen.«
»Du schaffst das. Immerhin hast du das Auto auch bis hierher gefahren«, erinnert mich Tomke ungerührt.
Wie habe ich das nur geschafft? Ich sehe mich wie in einem Film. Das kann unmöglich ich gewesen sein, die ihm die Regenjacke um den Kopf gewickelt hat. Die seinen Körper angeschnallt, sich neben ihn gesetzt hat und gefahren ist. Das Entsetzen scheint sich rückwirkend zu entwickeln und immer größer zu werden.

- Wer nun meint aus dieser und vielleicht zwei oder drei anderen Textstellen die Handlung erschließen zu können, irrt gewaltig. Das kleine unterhaltsame und überaus spannende Kunstwerk der Hannoveranerin Sigrid Hunold-Reime entfaltet sich nur Seite für Seite und ist ein reines Vergnügen. 
Nur noch so viel: Eigentlich haben wir mit der 'Frühstückspension' auch ein einfühlsames 'Frauenbuch' vor uns: Es wird - auch dem männlichen Leser! - recht leicht gemacht sich mit den Mörderinnen zu identifizieren... 

Fazit: Sehr empfehlenswerte und unterhaltsame Lektüre: Über200 Seiten für 9,90 €. Schenken Sie es Ihrer Frau zu Nikolaus oder Weihnachten. – Lesen Sie es aber vorher selber, meine Herren!

Sigrid Hunold-Reime: Frühstückspension, 
Meßkirch 2008, Gmeiner-Verlag
ISBN: 978-3-89977-771-0
 

Die Autorin:

Gmeiner-Verlag

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Malwettbewerb zum Klimaschutz:
120 Gäste kamen zur Vernissage
- von Region Hannover -
Hannover, 15.10.08 - So viele Besucher hat das Regionshaus selten bei einer Vernissage gesehen: Rund 120 Gäste waren am Mittwochabend dabei, als die Ausstellung zum Malwettbewerb „Klimaschutz heute – für die Welt von morgen“ in der Galerie eröffnet wurde. Kein Wunder: Viele Schülerinnen und Schüler, die sich beteiligt haben, konnten erstmals ihr Werk hinter Glas bewundern und brachten ihre Familie mit. Die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde (Bild oben) lobte das Engagement der Zehn- bis 14-Jährigen, die in ihren Bildern zum Klimaschutz aufrufen oder Vorschläge zum sparsamen Umgang mit Energie aufzeigen.

Die Region Hannover hatte im Frühjahr anlässlich des Klimaschutzjahres zu dem Wettbewerb aufgerufen. Während des Entdeckertags kürte Regionspräsident Hauke Jagau die 15 Sieger. Jeder von ihnen hat jeweils für seine Schulklasse einen Ausflug gewonnen – mehrere Klassen waren bereits unterwegs. Unterstützt wurde der Malwettbewerb unter anderem von der Sparkasse, den Verkehrsbetrieben üstra und RegioBus sowie BUND, Zoo Hannover, eon Avacon und enercity. Matthias Achorner von der klimaneutralen Druckerei agenturdirekt hatte am Mittwoch zudem ein besonderes Geschenk dabei: Die Druckerei hatte Postkarten mit acht Motiven aus dem Malwettbewerb gefertigt, die während der Vernissage verteilt wurden.

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Donnerstag, 30. Oktober, in der Galerie zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr.

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