Vor 47 Millionen Jahren:
Eine Zeitreise in der Grube Messel bei Darmstadt
- von Franziska Siebert -
Garbsen, den 03.09.2007 - Am Wochenende war ich mit meinen Eltern und meiner Schwester in Darmstadt. Zusammen mit Freunden machten wir eine "Zeitreise" und besuchten die Grube Messel.
Unter der Führung der fachkundigen Geologin Sigrid Belzer gingen wir auf eine große Aussichtsplatte, schauten uns die riesige Grube von oben an und hörten einiges über ihre Entstehung.
Die Grube Messel - Ein Teil des Bodens wurde in den achziger Jahren wegen geplanter Verwendung als Mülldeponie abgedichtet

Die Grube Messel entstand im Eozän während der Erdneuzeit, auf dem Maßstab ganz oben gelb gekennzeichnet. - Die Dinosaurier waren  gerade ausgestorben und die Säugetiere begannen mit verstärkter Entwicklung.
Vor ungefähr 47 Millionen Jahren war in diesem Gebiet ein Dschungel und mitten in diesem Dschungel war ein ca. 200 Meter tiefer See. Dieser war entstanden, als heißes Magma von unten kommend auf Grundwasser stieß und dieses ganz plötzlich zum Verdampfen brachte: Es musste eine gewaltige Explosion gegeben haben und der Krater entstand. 
Er füllte sich mit Wasser und blieb mehrere Tausend Jahre bestehen. Das besondere an dem tiefen See war, dass er weit unten keinen Sauerstoff hatte. Wenn Tiere in den See fielen und sanken, und schließlich auf dem Grund liegen blieben, wo es keinen Sauerstoff gab, konnten sie nicht verwesen. Im Gegenteil: Die dort lebenden Schwefelbakterien bildeten eine schützende Schicht um und über das Tier. Deshalb gibt es auch noch sehr gut erhaltende Fossilien. Denn bei manchen kann man noch die Adern des Blattes oder die Flügel der Fledermaus erkennen. 

Teil eines großen Blattes
Jetzt ist der See trocken. Regelmäßig wird Wasser abgepumpt, damit die Archäologen ihre Arbeit weiter führen können. Montags bis Freitags graben sie nach den Fossilien mehrere Stunden lang. 
Mit Messern brechen sie Schichten von Schiefer ab. Die Fossilien aus dem Schiefer brauchen Wasser um nicht zu zerfallen. Deshalb werden sie in kleinen Containern, die in der Grube stehen, kurzfristig in Glycerin gelagert und später ins Museum gebracht. 

Ein Fisch
Wir sahen große Exemplare von Fischen und auch kleinere Exemplare wie Käfer und andere kleinen Lebewesen. Zu jeder Fossilie erzählte uns Frau Belzer etwas. 
Das Titelbild zeigt übrigens einen kleinen nur ca. 6 cm langen Fisch. Viele Details sind noch zu erkennen.
Wird ein Hahn geöffnet, sprudelt der Brunnen (Prinzip des artesischen Brunnens). Das  Grundwasser drückt nach oben. Ohne Pumpen wäre die Grube ein See...
Eine Blauflügelige Ödlandschrecke
Auch die Tier- und Pflanzenwelt der Grube ist wegen deren Abgeschiedenheit und des milden und auch feuchten Klimas bemerkenswert
Die Grube Messel, die in den 80iger Jahren beinahe als Müllgrube geendet hätte, wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und bildet ein lohnendes Ausflugsziel insbesondere auch für Kinder.
Nähere Informationen finden Sie unter:
www.grube-messel.de


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