Kommentare und Glossen im LeineBlick


Inhalt 2007:

Eva Herman - Wenig Mut zum Denken bei Kerner, Schreinemakers und Berger
Da sind wir aber heute mal alle wieder einer Meinung in den 'Leitmedien '
Aldi in Meyenfeld? - Nichts überstürzen, sondern die Zukunft GESTALTEN!
Warum man auf neuen Passfotos nicht lächeln darf und die Idee vom Bußgeldkonto
Sie haben leicht spotten!
Wann werden die Manager die Stadt regieren?

Kommentare und Glossen 2008






Kommentar zur Talk-Runde bei J.B.Kerner am 9.10.07 im ZDF:
Eva Herman - Wenig Mut zum Denken bei Kerner, Schreinemakers und Berger
- von Wolfgang Siebert -
Garbsen, 10.10.07 - Verstehen Sie den folgenden Gedankengang? 

Die Nazis haben die damals noch vorhandene Wertschätzung der Mütter missbraucht und damit fragwürdig gemacht. Die Generation der '68-iger' Jahre haben - neben vielen anderen - auch diesen 'Wert' abgeschafft. Die Konsequenzen dieses Werteverfalls haben wir heute zu tragen: geringe Wertschätzung der Mütter, wenig Kinderfreundlichkeit, niedrige Geburtenrate, etc...

Verstehen Sie diesen Gedankengang? - Sie müssen ihn nicht gutheißen, ihm nicht zustimmen. Aber nachvollziehbar ist diese These doch - oder? 
Ich kann auch nicht erkennen, dass Eva Herman, die gestern Abend versucht hat, diesen Gedankengang dem Johannes Kerner und seinen Gästen (u.a. Senta Berger und Margerethe Schreinemakers) klar zu machen, sich damit in die Nähe nationalsozialistischen Gedankengutes bringt.

Wer nun aber glaubt, der Gedankengang sei gestern Abend auch in der Talkshow 'angekommen', irrt. Es geht bei diesem öffentlichen Gerede nicht um einen differenzierten Gedankenaustausch. Es geht den Beteiligten ums eigene Überleben im Mediendschungel. 
Überlegen Sie selbst: Wäre es vorstellbar, dass ein Talkmeister oder ein prominenter Gast plötzlich sagt: "Hallo Eva, jetzt verstehe ich, was du meinst." Nein, in die Gefahr, plötzlich auch zum Außenseiter zu werden und dem Druck der sensationsgierigen Kollegen ausgesetzt zu werden, will sich niemand begeben. Da ist man lieber feige. Das aber kann man sich offensichtlich nicht eingestehen. Also wird das Denken eingeschränkt und damit das nicht so auffällt, hört man besser gar nicht erst zu, lässt nicht ausreden und verbreitet vorbereitete Allgemeinplätze nach dem Motto 'Angriff ist die beste Verteidigung'. Am deutlichsten war dieses Verhalten meiner Wahrnehmung nach bei Margerethe Schreinemakers zu beobachten.

Und der gute Kerner glaubte fast bis zu Letzt, der Frau Herman eine Brücke bauen zu können: Nur wenn sie öffentlich abgeschworen hätte und zu Kreuze gekrochen wäre ("Ich habe etwas Falsches gesagt."), wäre ihr vielleicht eine Absolution erteilt worden. Der von den Medien heute so apostrophierte "Rausschmiss" der Herman war eine Niederlage für Kerner, für den Journalismus und für die Zivilcourage. Frau Herman blieb aufrecht: "Und sie bewegt sich doch!"...

Anmerkung: In vergleichbarer ignoranter Situation war bei Beckmann vor längerer Zeit übrigens die im Irak entführte Susanne Osthoff.

Ich selbst werde Querdenkern wie diese auch künftig meine Aufmerksamkeit schenken, denn ich weiß, dass es im Mediengeschäft nicht mehr um die 'Wahrheit', sondern vor allem die Geschwindigkeit und 'Effektivität' geht: Lieber eine falsche Nachricht vom Konkurrenten abschreiben und selbst auch verbreiten, als mühsam recherchieren. So gehen Meldungs-Lawinen puren Unsinns um die Welt - den wir auch noch glauben sollen.

Ich selbst werde mich jedenfalls nun einmal etwas genauer mit den Thesen der Eva Hermann auseinandersetzen und habe eines ihrer Bücher bestellt.

Die Rezension von 
Das Eva-Prinzip - Für eine neue Weiblichkeit
finden Sie
hier.

www.eva-herman.de
Interessant in diesem Zusammenhang auch:
www.fernsehkritik.tv (--> TV-Magazin --> Folge 6)
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Nachtrag zum Eva-Herman-Kommentar:
Da sind wir aber heute mal alle wieder einer Meinung in den 'Leitmedien '
- von Wolfgang Siebert -
Garbsen, 10.10.07 - In den Online-Medien war das Fernseh- 'Gespräch' des Herrn Kerner mit der Frau Herman heute erstes Thema. Die folgende Zusammenstellung gleichlautender Kommentare in unseren 'großen' Tageszeitungen, bzw deren Online- Ausgaben taucht gleich in mehreren Foren auf. Wir wollen sie Ihnen nicht vorenthalten:
 

Da sind wir aber heute mal wieder einer Meinung in den "Leitmedien"! Alle haben Kerners selbstverfasste Pressemitteilung mit Copy&Paste zu einer eigenen Enthüllung verarbeitet.
 

Der 'Tagesspiegel' dichtet:
HAMBURG / FRANKFURT (MAIN) - Johannes B. Kerner hat während der Aufzeichnung seiner ZDF-Talkshow die umstrittene Ex- Moderatorin Eva Herman aus der Gesprächsrunde ausgeschlossen. Zuvor hatte Kerner fast 50 Minuten lang die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre in die Kritik geratenen Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde...

Die WELT zitiert ohne Anführungszeichen:
Johannes B. Kerner hat am Dienstag während der Aufzeichnung seiner ZDF-Talkshow die umstrittene Ex- Moderatorin Eva Herman aus der Gesprächsrunde ausgeschlossen. Zuvor hatte Kerner fast 50 Minuten lang die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre in die Kritik geratenen Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde.

Der 'Spiegel' hat gewohnt recherchestark drei Ortsmarken hinzugefügt:
Fulda/Berlin/Hamburg - Kerner schloss Eva Herman während der Aufzeichnung der Show nach etwa 50 Minuten aus der Gesprächsrunde aus. Zuvor hatte der Moderator die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde.
 

Die 'Süddeutsche' ist auch dabei:
Johannes B. Kerner hat am Dienstag während der Aufzeichnung seiner ZDF-Talkshow die umstrittene Ex-Moderatorin Eva Herman aus der Gesprächsrunde ausgeschlossen. Zuvor hatte Kerner fast 50 Minuten lang die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre in die Kritik geratenen Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde.
 

Und alle haben dieses verräterische "würde" und die hübsche Zahlenabfolge "50 Minuten lang die 48-Jährige" stehenlassen, als wäre die deutsche Presse, nein, das passende Wort fällt uns nicht ein. Der "Spiegel" schreibt ja von "etwa 50 Minuten", die anderen, weniger tief bohrend, nehmen Kerners "fast".

Quelle:
Gepostet von "binladenhüter" am 10/10/2007 um 07:04:00 AM auf

politplatschquatsch.blogspot.com/2007/10/hurra-hurra-eklat.html
Übrigens: Auch die HAZ vom 10.10. bringt die zitierte Passage...
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Kommentar zur Lokalpolitik:
Aldi in Meyenfeld? - Nichts überstürzen, sondern die Zukunft GESTALTEN!
- von Wolfgang Siebert -

Garbsen, 12.9.07 - Es ist kaum zu glauben: Vor nicht einmal 5 Jahren haben wir vom Heimatbund in Meyenfeld bei jeder Gelegenheit darum gebeten uns doch eine winzige Bäckereifiliale oder wenigstens einen Kiosk zur "fußläufigen Nahversorgung" im Ort zu gönnen, d.h. entsprechende Möglichkeiten in den Bebauungsplänen vorzusehen, und nun steht Aldi vor der Tür!

Aber langsam: Unser Anliegen war immer einen Ortsmittelpunkt heraus zu schärfen, neben der Nahversorgung ging es auch immer um Kommunikation und Dorfgestaltung. Wenn ein Aldi nahe der B6 eine Filiale eröffnet und diese dann 'zufällig' auch zu Meyenfeld gehört, kann von einer überlegten Planung keine Rede sein.
Durch den Jibi-Markt, der zwischen Horst und Meyenfeld liegt, und die angeschlossene Bäckerei, sind die alten Träume zwar nicht optimal erfüllt, aber die gewünschte Nahversorgung ist für viele Horster aber auch Meyenfelder erst einmal gewährleistet. Ernsthafte Klagen über das Sortiment habe ich noch nicht vernommen. 

Man stelle sich nun vor, zwei Märkte wollen von den Einwohnern leben, die früher angeblich nicht für einen Markt ausgereicht hätten. - So stark war das Bevölkerungswachstum nun auch wieder nicht.
Bei zwei Märkten (Aldi und Jibi) würden die Preise zunächst kurzfristig sinken. Vor allem Jibi müsste schärfer kalkulieren, sein Angebot schließlich auf das Wesentliche ("das was läuft") reduzieren, Personal abbauen und schließlich - schließen. Aldi würde in jedem Fall überleben und vielleicht noch expandieren. - Meinen Sie, dass dann noch jemals ein Markt IN den Dörfern eröffnen würde? Die Folge: Kein Einkauf ohne Auto! - Weder in Meyenfeld noch in Horst. - Was machen die Alten? - hmm 

Die Alternative: Vorerst KEIN ALDI und an der B6 schon gar nicht. Meyenfeld wächst und wird weiter wachsen. Meyenfeld ist der geographische Mittelpunkt Garbsens und der einzige großräumige Bereich, in dem noch nennenswerte Bebauung möglich ist. 
Unsere und vor allem die unserer gewählten Volksvertreter vornehmste Aufgabe ist es, jetzt und in den folgenden Jahren darauf zu achten, dass das zu erwartende Wachstum sich in einer durchdachten Struktur vollzieht. 
Schon lange ist dabei ein 'Ortsmittelpunkt' zwischen Leistlinger Straße und Vereinsheim westlich der Meyenfelder Straße angedacht. Hier sollen eine Sporthalle und bei zu erwartendem Bedarf auch eine Schule entstehen. Hier wäre dann auch der Ort, weitere Lebensmittelgeschäfte, ein Café oder auch eine Dorfkneipe anzusiedeln...

- Aller dieser gestalterischen Möglichkeiten würden wir uns berauben, entstünde nun an der B6 ein Aldi-Markt. Bleibt zu hoffen, dass auch die CDU wenigstens im Ortsrat standhaft bleibt und gegen einen Supermarkt an der B6 stimmt - auch wenn die Familie ihres örtlichen Vorsitzenden durch die Aldi- Ansiedlung einen Vorteil hätte. 

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Schäubles Schublade:
Warum man auf neuen Passfotos nicht lächeln darf und die Idee vom Bußgeldkonto
- von Wolfgang Siebert -

Garbsen, 14.4.07 - Fälschungssicher sollten unsere Ausweispapiere gemacht werden - "so sicher wie ein 50-Euro-Schein!" - Das fanden wir alle gut. Dafür nahmen wir es auch hin, auf unseren neuen Passfotos auch den Kopf gerade zu halten und starr geradeaus in die Kamera zu schauen, mit finsterer Mine sozusagen: "nicht Lächeln!", heißt die Devise...
"50-Euro-Scheine sind gar nicht fälschungssicher." - "Kein Wunder, da sind ja auch keine Fingerabdrücke drauf." - "Ach so, dann müssen auf die Ausweise noch die Fingerabdrücke?" - "Richtig erkannt! Sie sind ein braves Bürgerchen!"
Und so ließen wir alle ganz brav Abdrücke von unseren Fingerchen nehmen und waren weit entfernt "nein" zu sagen oder gar Ungehorsam zu zeigen wie z.B. einst im Jahre 1906 die Inder unter Mahatma Gandhi in Südafrika...
Wir sind ja zivilisiert und haben einen schlauen Innenminister, der so eine Kleinigkeit nach der anderen aus seiner Schublade zaubert: Wenn auch nicht jeder Bürger gleich ein Verbrecher sein muss, so ist ganz sicher erwiesen, das jeder Verbrecher ein Bürger ist. Also sicher ist sicher: Wir sollten die Bürger kontrollieren. - Und: Wo wir schon die vielen Bilder und Fingerabdrücke digital speichern und verschicken könnten.... - Ich bin doch nicht blöd, dann haben wir doch gleich eine Datei, in der auch garantiert 90% aller Verbrecher gespeichert sind - schlau was? Toller Fahndungserfolg....

Wissen Sie jetzt, warum Sie auf Ihrem Passfoto nicht lächeln dürfen? - Wirklich nicht? - Na stellen Sie sich doch einmal vor Sie haben einmal etwas angestellt und Ihr Fahndungsfoto hängt aus: Meinen Sie jemand würde glauben, dass Sie einer Fliege etwas zu Leide tun könnten, wenn Sie mit süßem Engelsgesicht gewinnend vom Fandungsposter in die Runde blicken?

Nun wissen Sie Bescheid? - Das glauben auch nur Sie! Aus wohl informierter Quelle liegen dem LeineBlick weitere Einblicke in Schäubles Schublade vor:
Wissen Sie, was ein 'Bußgeldkonto' ist? -Nein? - Können Sie auch nicht. Aber ich werde es Ihnen erklären. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass jeder Bürger in seinem Leben mehrmals ein Bußgeld bezahlen muss. Das Eintreiben dieser Strafgelder ist aber höchst aufwendig und steht in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Nun ist in einem beispiellosen Akt der Rationalisierung und des Bürokratieabbaus geplant, die ersten drei Kindergeldzahlungen eines Neugeborenen für spätere Bußgeldzahlungen einzubehalten. Was nicht zur Verwendung kommt, wird nach dem Ableben der jeweiligen Person als Bestattungszuschuss gewährt.
Auch eine gute Idee - oder?

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Leserbrief zu: Warum man auf Passfotos nicht lächeln darf:
Sie haben leicht spotten!
- von (Pressemeldung) -

Interessengemeinschaft
Deutscher Bundes- und
Landesinnenminister
IGDBLIM

Rosenheim, 15.04.2007
 

Ihre Glosse im Leine-Blick vom 14.4.07
 

Herr Siebert!

Sie haben leicht spotten! Während wir uns tagein, tagaus mit aller Kraft darum bemühen, das deutsche Volk zu schützen, vor Gefahren, die uns durch den internationalen Terrorismus, aber auch durch immer aggressivere Kräfte in unserem Lande, haben Sie offensichtlich nichts Besseres zu tun, als dieses Engagement mit defätistischer Häme zu überziehen.

Vielleicht haben Sie ja selbst Dreck am Stecken, sonst könnten Sie die von uns erwogenen Maßnahmen, die auch Ihrem Schutz dienen sollen, nicht auf derartig in den Schmutz ziehen.

Versetzen Sie sich einmal in unsere Lage! Wir denken, um einen subversiven Schreiberling aus dem 19. Jahrhundert zu zitieren, stets „an Deutschland in der Nacht“, an all die Gefahren, die uns von innen und außen belauern und erwägen, wie wir diese durch die Nutzung erkennungsdienstlich gewonnenen Materials so weit als möglich in den Griff bekommen können. Was soll daran schlecht sein? Jeder gute Deutsche, der nichts zu verbergen hat, kann doch nur begeistert zustimmen, wenn wir Voraussetzungen dafür schaffen, problematische Individuen und Elemente bereits im Vorfeld zu erkennen und außer Gefecht zu setzen.

Bis jetzt planen wir keine Einschränkungen der Pressefreiheit, aber wir haben unseren niedersächsischen Kollegen bereits gebeten, Ihre Internetzeitung durch die landeseigenen Verfassungsschutzorgane sorgfältig beobachten zu lassen.

Unsere Anerkennung immerhin für Ihren Vorschlag mit dem Bußgeldkonto! In Zusammenarbeit mit den Justizministern werden wir die Möglichkeit einer Einrichtung eines solchen Instrumentes prüfen, erleichtert es doch einen Überblick darüber, wer sich wann und wie oft schon in den sogenannten „kleinen Dingen“ immer wieder vorschrifts- und gesetzwidrig verhält und dafür zur Kasse gebeten werden muss. Wenn Sie weitere kreative Vorschläge in dieser Richtung haben, lassen Sie uns das wissen. Auf diese Weise könnten Sie dazu beitragen, Ihr bereits schwer belastetes Aufmüpfigkeitskonto auszugleichen.
 

Otto Schäubstein
Pressereferat
 


Christian Wahnschaffe
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Kommentar zur Garbsener Kommunalpolitik:
Wann werden die Manager die Stadt regieren?
Garbsen darf sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen!
- von Wolfgang Siebert -

Garbsen, 10.3.07 - Offensichtlich hat in Garbsen kaum ein maßgeblicher Politiker das Dossier "Innenstadt zu verkaufen" in der Wochenzeitung DIE ZEIT gelesen, in der vor gut vier Monaten (26.10.2006) beschrieben wurde, welche mittel- und längerfristigen Auswirkungen die Ansiedlung von großen Einkaufszentren für Innenstädte haben. "Die Kommunalpolitik gibt ihren Einfluss preis." - Dies das wichtigste Fazit der von Rainer Frenkel angestellten Recherchen. "Bunte Langeweile" sei es, was die Shopping- Zentren bestenfalls unter der Regie der Zentrums- Manager zu bieten hätten. Auf die 'überdachten Innenstädte' habe Kommunalpolitik keinerlei Einfluss mehr. 

Können Sie sich vorstellen, was das bedeutet? - Nicht die Stadt Garbsen bestimmt mit Richtlinien über die Ansiedlung von Läden und Geschäften, sondern Marketing- Experten in Großbritannien und Portugal.
Wir Bürger verlieren unser ansonsten schwer einzuschränkendes Recht uns überall aufzuhalten und 'öffentliches Leben' herzustellen wie es uns im Rahmen der Gesetze beliebt. Künftig werden  Zentrums- Manager mit ihrem Hausrecht unsere Innenstadt regieren...

- Dieser Gedanke sollte unser Handeln bestimmen und auch unsere seit den Wahlen völlig außer Rand und Band geratenen 'Opposition' (damit meine ich insbesondere CDU, FDP und Grüne) inne halten lassen. 
Bürgermeister Alexander Heuer wird bei seinen Verhandlungen mit Dawnay Day und Sonae Sierra ganz sicher schon einen Vorgeschmack davon bekommen haben, in welcher Augenhöhe man mit dem Bürgermeister einer mittelgroßen Stadt verhandelt, bzw. umzugehen pflegt - insbesondere wenn erst alle Verträge unter Dach und Fach sein werden. Mir scheint er steuert wenigstens ein wenig gegen, indem er die Abhängigkeit von allein einer Konzernzentrale verhindern will. 
Währenddessen tollen die Anhänger der übrigen Parteien noch herum, wie kleine Jungen beim Räuber- und Gendarm- Spielen. Das wäre witzig, wenn sie dem Bürgermeister dabei nicht in den Arm fallen würden: Bei den letzten Abstimmungen haben sie für das Planetencenter alles verhindert, was dieses gegenüber Garbsens Neuer Mitte stärken könnte: Die Stadtbibliothek, ein Gesundheitszentrum und genügend Parkplätze. Dass alle diese Einrichtungen später von kaum einem Garbsener zu Fuß erreicht werden können und damit zusätzlich CO2 produziert wird, stört offensichtlich nicht einmal die Grünen...

Garbsen hatte als Stadt keinen leichten Start: Allein äußere Bedingungen wie Autobahn, Kanal und B6 erschweren eine Zentrumsbildung. Hinzu kommt ein mangelndes Augenmaß des Vorgängers Bürgermeister Wolfgang Galler: Ein in der Tat schönes, großes Rathaus steht nun mitten auf der Wiese und will Innenstadt und Stadtmitte werden. - Einer der Anlässe, Garbsens Zentrum weiter wandern zu lassen "wie Wüstensand".

Was ist also zu tun? - Je mehr kleinkariertes Gezänk unsere Politiker in Atem hält, desto schneller und nachhaltiger werden sie sich selbst überflüssig machen. Es gilt also nach einer Lösung zu suchen, die Garbsen und ihren Bürgern zu Gute kommt und nicht dem Profil Einzelner. Die Richtung, in der Alexander Heuer agiert, stimmt: Wenn schon ein neues Einkaufzentrum am Rathaus, dann nicht auf Kosten des bisherigen - wenn auch mageren - Stadtzentrums. Denn sonst werden wir künftig gar kein Zentrum mehr haben. Die Vorstellung das bisherige EKZ und damit ein weiteres Mal den Stadtteil 'Auf der Horst' sich selbst zu überlassen, wird soziale Probleme nur verstärken - und diese werden dann auch vor neuen 'Mitten' nicht Halt machen.

Der Glaube mit Sonae Sierra werde in Garbsen 'alles gut', ist Wunschdenken. Ein Einkaufszentrum ist noch keine Innenstadt. - Es könnte aber dazu beitragen, wenn wir Garbsener darauf achten, dass unsere Bürgermeister das Heft des Handeln in der Hand behalten können: der jetzige wie alle künftigen. Ein attraktives EKZ wäre die beste Voraussetzung für ein Sonae Sierra- Zentrum, das sich dann 'anstrengen' muss. - Die beste Voraussetzung für eine über die Autobahn hinweg wachsende Innenstadt, die schließlich auch unser einsames schönes Rathaus 'wärmen' wird.
Und Dawnay Day? - Bei diesem Namen muss ich mittlerweile immer an eine Schlaftablette denken. Aber vielleicht gibt sich das ja doch noch... 
 

Erlaubt sei mir in diesem Zusammenhang eine abschließende Vision:
Da ein Großteil des Geländes am EKZ sich noch in städtischer Hand befindet, sollte die Stadt das ganze Einkaufzentrum erwerben, es teilweise abreißen und den Grund und Boden nach und nach an kleinere und mittlere Geschäftsleute verkaufen, oder verpachten: Der neue Bebauungsplan sähe viele kleine mehrstöckige Einheiten vor: Eine kleine Innenstadt mit engen Gassen innen und LKW-Zufahrten sowie Parkplätzen außen: Ein Einkaufsstädtchen zwischen 'Eichenpark' und 'Auf der Horst' zum Bummeln und Leben an der frischen Luft - für Garbsen ein ungewohntes Juwel - noch wäre es vielleicht möglich.
Übrigens: "In den USA schließt gerade ein Shopping-Center nach dem anderen" (DIE ZEIT)
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