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- Sonderausgabe -


Rückblick auf 30 Jahre Orientierungsstufen

Inhalt:
1967: Am Anfang stand die Volksschule Planetenring - Die Situation Auf der Horst vor 37 Jahren
2004: Einleitung: Orientierungsstufen stellen nach 30 Jahren ihre Arbeit ein
1974: Das Sitzenbleiber-Elend zu verhindern: Gründe für die Einführung der Orientierungsstufen
1999: 25 Jahre OS Garbsen - Grundsätze
Das Gutachten, das zur 'Abschaffung' der OS führte
Aus dem Schulleben:
Historischer Abriss und Quellen
1996: Erster Internetauftritt einer Orientierungsstufe
2001- 2004: Die OS Nikolaus Kopernikus im Internet (Auszüge)
Dank, Copyright, Impressum



 


Die Situation Auf der Horst vor 37 Jahren:
Die Stunde Null - Schulanfang aus der Sicht einer Lehrerin
- von Karin Leinweber -


Okt. 1966: 'Volksschule Süd',
1974 - 2004 OS Garbsen/Nikolaus Kopernikus
Juli 1967 – mein Versetzungsantrag aus der tiefsten Lüneburger Heide in den Raum Hannover läuft seit April.  Der Schuljahrsbeginn rückt immer näher, aber die ersehnte Post trifft nicht ein.  Schließlich traue ich mich, bei der Bezirksregierung telefonisch nachzufragen.  „Sie treten am 01.08. Ihren Dienst an der Volksschule Planetenring in Garbsen an“, erhalte ich zur Antwort.  Garbsen?  Noch nie gehört!  Wo mag das sein?  Nach intensivem Blättern im Autoatlas machen sich mein Mann und ich auf die Suche, B6 aus Hannover in Richtung Nienburg, dann links ab nach Marienwerder, ein wunderschöner Laubwald.  Hier soll noch ein größerer Ort sein?  Dann endlich ein Schild – Garbsen!
Wir fragen nach dem Planetenring.  Kopfschütteln, Schulter zucken, dann schließlich ein „Ach ja, das könnte da oben in dem neuen Viertel sein!“  Wir suchen weiter, finden einen neuen Stadtteil, viel Beton, kein Grün, schließlich eine breitere Straße, rechts auf weitem Feld eine riesige Baustelle.  Betreten verboten!  Sieht so eine Schule aus, die in 14 Tagen von Schülern eingenommen werden soll?  Wieder eine telefonische Nachfrage bei der Bezirksregierung .  „Schulleiter ist Herr Rathmann, setzen Sie sich mit ihm in Verbindung!“ erhalte ich als Antwort.  – Herr Rathmann kann auch keine Antwort geben.  Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass ich am 15.08. um 8 Uhr meinen Dienst auf der Baustelle antreten werde. 

Am ersten Schulmorgen suchen alle – Lehrer, Schüler, Eltern – den Schuleingang.  Über einen Brettersteg gelangen wir endlich hinein.  Die Klassen im Hauptgebäude können in Betrieb genommen werden.  Alle anderen Gebäudeteile sind mehr oder weniger zugehängt oder mit Brettern versperrt.  In den jetzigen Räumen Biologie 1 bis 21 werden schon seit Frühjahr 67 Realschul- und Sonderschulkinder unterrichtet. 
Vorsichtige oder abschätzende Blicke treffen die Erwachsenen:  Eltern?  Lehrer?  Schließlich findet sich eine Gruppe im heutigen Assistentenzimmer (heute, 2004,  der Raum der Sozialpädagoginnen, Anm. d. Red.) – dem damaligen Lehrerzimmer – ein.  Das sind also die neuen Kolleginnen und Kollegen!  Namen schwirren durch den Raum:  Behr, Rathmann, Binder, Achtelik, Müller, Bölke, Leinweber.  Habe ich jemanden vergessen? 
30 Jahre – mehr als die Hälfte meines Lebens – sind doch eine lange Zeit.  Funktioniert die Schulglocke schon?  -   Schließlich finden Eltern, Schüler und Lehrer in die richtigen Klassenräume.  Der Unterricht kann beginnen!  In den ersten Wochen und Monaten müssen wir noch viel improvisieren in Bezug auf Lehr- und Lernmittel, Arbeitspläne und Ausstattung der Räume.  Fast täglich werden neue Schüler angemeldet.  Endlich nach den Herbstferien kann ich eine meiner 4. Klassen als Klassenlehrer abgeben.  Frau Werner ist als neue Kollegin dazugekommen. 

30 Jahre – eine lange Zeit, in der Schüler, Eltern und Lehrer durch ihre Ideen und ihren Einsatz unsere Schule so geformt haben, wie sie sich heute darstellt.  Und sie ist immer noch form- und veränderbar!

Ach übrigens, mit Schreiben vom 29.08.1967 erhalte ich den Auftrag, am 15.08.1967 meinen Dienst an der Volksschule Planetenring anzutreten!

Karin Leinweber in:  Orientierungsstufe Garbsen, JAHRBUCH 1996/97


Einleitung:
Orientierungsstufen stellen nach 30 Jahren ihre Arbeit ein
- von Wolfgang Siebert  -

Garbsen, 22.6.2004 - Die Abwicklung der Garbsener Orientierungsstufe Nikolaus Kopernikus verläuft trotz inzwischen stark dezimierter Schulleitung professionell in diesen Tagen. Die Zeugnisse und Gutachten, die die Empfehlungen für die weiterführenden Schulen aussprechen, sind längst ausgeteilt, die Klassenräume werden aufgeräumt und ‚entrümpelt’ und die entliehenen Bücher eingesammelt. - Damit endet in Niedersachsen auch die Lehrmittelfreiheit.
Bei all dem  findet trotz etwas widriger Umstände der Unterricht nach wie vor statt – gilt es doch insbesondere die Schülerinnen und Schüler, deren teilweise einziges Schuljahr, nämlich das  fünfte, auf der ‚Ori‘ nun wirklich sehr knapp war, auf steigende Anforderungen an den  weiterführenden Schulen vorzubereiten.

Doch bei aller Betriebsamkeit ist auch eine gewisse - vereinzelt resignative - Wehmut zu verspüren in einem Kollegium, das bisher mit viel Einsatz   und Überzeugung für diese Schule und diese Schulform gearbeitet hat. Lenkt man das Gespräch auf die Anfänge, wird ein pädagogischer Enthusiasmus spürbar, der sich von dem heutigen durchaus unterscheidet. Den Gastkollegen und Autor dieser Zeilen hat dies bewogen einmal 30 Jahre zurückzublicken und zu fragen, was da eigentlich los war, 

Im ersten Gespräch mit Herrn Helmut Rathmann, einem der beiden ersten Schulleiter der beiden Orientierungsstufen am Planetenring, fällt mehrfach das Wort  „Sitzenbleiber-Elend“. Zwar entstanden die Integrierte Gesamtschule (IGS) und die Orientierungsstufe (OS) etwa in der gleichen pädagogischen Aufbruchstimmung, doch war die Zielsetzung bei der Gründung der OS vor allem auch pragmatisch: 
„Die Orientierungsstufe wird abgeschafft – aber was soll an ihre Stelle kommen, was wird sie ersetzen?“, fragt Helmut Rathmann. Dann schildert er mit der Praxis der ersten Nachkriegsjahre die Gründe für die Einführung der Orientierungsstufen:


 


Das Sitzenbleiber-Elend zu verhindern:
Gründe für die Einführung der Orientierungsstufen
- von Helmut Rathmann -

Seit Beginn der 50er Jahre wurde der Übergang  von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen durch ein Gutachten der Grundschule nach dem 4. Schuljahr und einem Probeunterricht an den weiterführenden Schulen geregelt. Die Dauer des Probeunterrichts wurde mehrfach geändert: zunächst waren es drei, dann zehn Tage und schließlich eine  Woche.
Schon aus den mehrfachen Änderungen dieser Probezeiten lässt sich schließen, dass die Ergebnisse sowohl für die ‚prüfenden‘ Lehrer als auch für die Eltern und Schüler unbefriedigend waren.  Ende der 60er Jahre wurde der Probeunterricht auf die Fälle beschränkt, bei denen nach dem Grundschulzeugnis und dem Gutachten keine eindeutige Entscheidung zu treffen war. 
Unbefriedigend waren auch die Ergebnisse der immer wechselnden Aufnahmeverfahren. Dies wurde durch damalige Statistiken über die Zahl der „Sitzenbleiber“ bereits im 5. und 6. Schuljahr und über die Schüler, die ihr angestrebtes Bildungsziel auch wirklich erreichten, eindeutig belegt. 

Diese  hohen Versagerquoten und die geringen Chancen für Spätentwickler waren die treibenden Gründe für die Einführung der Orientierungsstufe. 

Als konkrete Ziele der OS wurden schließlich benannt:

  1. Verbesserung der Prognosesicherheit durch zweijährige Beobachtung
    • Verbesserung der Beurteilungsgrundlage durch breiteres Fächerangebot (Fremdsprache,  Naturwissenschaften)
    • Vergleichbare Leistungsmessung und Beurteilung in einer größeren Zahl von Parallelklassen.
    • Unterschiedliche Anforderungen durch eine äußere Differenzierung in Englisch und Mathematik
  2. Mehr Chancengerechtigkeit durch verbesserte Durchlässigkeit (Kurswechsel in Klasse 5 und 6) und durch Kooperation der ab Klasse 7 weiterführenden Schulen.
  3. Soziale Integration durch längeres gemeinsames Lernen aller Schüler
  4. Verstärkte Mitwirkung der Eltern im Schulleben und allen Konferenzen in denen über Unterrichtsplanung und Beurteilung der Schüler entschieden wurde. 
  5. Betreuung der Schüler in Klasse 5 und 6 durch einen Klassenlehrer, der in der Klasse mindestens 10-12 Wochenstunden Unterricht erteilt. 
Interessant ist die besondere Situation in Garbsen. Hier – wie übrigens auch in Berenbostel – startet nach einjähriger Vorbereitungszeit die OS mit dem Schuljahr 1974/75 als eine der ersten in Niedersachsen. 
Der schnelle Aufbau der OS in Garbsen lässt sich  u.a. als Antwort auf die zuvor erfolgte Gründung  der IGS verstehen, die bereits zum Schuljahr 1971/72 ihren Betrieb aufgenommen hatte. Die Erwartungen an diese neue Schulform waren zunächst sehr hoch gewesen: Mehr als 80% aller Schüler wurden von den Eltern nach Klasse 4 zur IGS angemeldet. So kam es, dass die Realschule in Klasse 5 nur noch mit zwei Parallelklassen hatte beginnen können, und es in der  Hauptschule gar keine 5. Klasse mehr gab.

Bereits im ersten Jahr der IGS zeichnete sich dann aber ab, dass eine Gesamtschule in dieser Größenordnung nicht praktikabel war  und die anfängliche Euphorie auch bei den Eltern schnell nachließ.
Es wurde also notwendig auch in der Hauptschule wieder 5. Klassen einzurichten.  Dies führte in Garbsen zu der Überlegung, schnellstmöglich die ohnehin ab 1976 landesweit geplante Orientierungsstufe vorzeitig einzurichten.


Grundsätze der Arbeit an der OS:
Ziele der Orientierungsstufe – vor 25 Jahren und heute
- aus dem Jahrbuch zum 25jährigen Bestehen derOS Nikolaus Kopernikus -

Die Orientierungsstufe stand und steht seit Beginn ihres Bestehens vor fast 30 Jahren häufig in der Diskussion und für einige immer wieder schon kurz vor ihrer Abschaffung. 
Häufig in der Diskussion zu stehen sorgt einerseits dafür, die eigene Arbeit ständig kritisch zu überdenken und sich damit den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen, andererseits könnte allen engagierten Kolleginnen und Kollegen dieser Schulform mit der Regelmäßigkeit einer „In-Frage-Stellung“ der Orientierungsstufe die Perspektive ihrer Arbeit genommen werden. 
Außerdem stellt sich die Frage, ob nicht durch eine permanente Diskussion über das Für und Wider der Orientierungsstufe und der dadurch entstehenden Verunsicherung in der Öffentlic
hkeit das Vertrauen der Eltern gegenüber dieser Schulform vermindert, wenn nicht gar zerstört wird.

Warum halten wir also an der Orientierungsstufe fest? An dieser Stelle lohnt es sich, noch einmal an die „gedanklichen Wurzeln“ zur Einführung der Orientierungsstufe zurückzukehren und aus den „Vorläufigen Handreichungen für die Orientierungsstufe“ zu zitieren, in denen es heißt:
„Die Orientierungsstufe ermöglicht eine gesicherte Prognose über die weitere Schullaufbahn jedes einzelnen Schülers. Der Zeitpunkt einer endgültigen Entscheidung für eine bestimmte Schullaufbahn wird um 2 Jahre hinausgeschoben. Die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler wird objektiver, da sie von mehreren Lehrerinnen und Lehrern mit verschiedenen Fächerkombinationen unterrichtet werden. Sie gehören der Hauptschule, der Realschule und dem Gymnasium an und kennen daher die Anforderungen der Schularten, auf die hin diese Stufe orientiert.“
Und weiter heißt es:
„Die Orientierungsstufe muss eine optimale Leistungsförderung des einzelnen Schülers gewährleisten.
- Sie muss Möglichkeiten der Selbstverwirklichung jedes einzelnen bieten.
- Sie muss Chancengleichheit aller zu verwirklichen trachten.
- Sie muss zur sozialen Integration aller Schülerinnen und Schüler führen.
- Sie muss die Eltern mehr als bisher in das Entscheidungsfeld Schule einbeziehen.“

Drei wesentliche Ziele waren und sind weiterhin für die heutige Arbeit an unserer Schule, der Orientierungsstufe Garbsen, wichtig:

  •    Chancengleichheit
  •    Prognosensicherheit
  •    Elternberatung
Das Ziel der Chancengleichheit scheint dabei am schwierigsten umzusetzen zu sein, da hier Faktoren wie Klassenstärken, Klassenzusammensetzungen, persönliches Verhältnis zu einem Klassen- oder Fachlehrer, unterschiedliche Entwicklungsstände einzelner Schülerinnen und Schüler sowie stundenplantechnische Vorraussetzungen (längere Erkrankung einer Lehrkraft, Kürzungen eines Faches,...) eine Rolle spielen.
Trotzdem versuchen wir einen möglichst großen Anteil an Chancengleichheit und Vergleichbarkeit für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, indem allen das gleiche Lernangebot zur Verfügung steht. So arbeiten (in der Regel) alle 5. bzw. 6. Klassen von Beginn der Orientierungsstufe 1974 bis heute nach für alle Lehrkräfte verbindlichen, in den Fachkonferenzen überarbeiteten und auf die Lerngruppen abgestimmten Lernzielen parallel, so dass in allen Klassen vergleichende Arbeiten (Lernkontrollen) geschrieben werden können. Dieses parallele Arbeiten muss gerade in der Anfangsphase der äußeren Differenzierung (1. Halbjahr der 6. Klasse) in den Fächern Mathematik und Englisch eingehalten werden, um allen „Kurswechslern“ eine Mitarbeit in einem anderen Kurs zu ermöglichen.
Letztendlich ist es wichtig, dass allen Schülerinnen und Schülern bis zum Ende der 2-jährigen Orientierungsstufenzeit  die gleichen Lerninhalte vermittelt wurden, um hier die Vorraussetzungen für den „chancengleichen“ Übergang in eine der weiterführenden Schulen zu schaffen.

Eng verbunden mit den gleichen Voraussetzungen für alle Schülerinnen und Schüler ist die seit Jahren an unserer Schule bei über 90 % liegende Prognosensicherheit für die Schullaufbahnempfehlungen, was dazu führt, dass der weitaus größte Teil aller an eine bestimmte Schule (Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) empfohlenen Kinder den Abschluss dieser Schulform auch erreicht. 
Dabei wird das Ziel zur Prognosensicherheit folgendermaßen definiert:
Der Schüler oder die Schülerin hat bei Beachtung der Empfehlung ohne Klassenwiederholung und ohne „absteigenden“ Schulformwechsel (Gymnasium -> Realschule -> Hauptschule) in der kürzesten Zeit von drei Schulbesuchsjahren in der Hauptschule bzw. von vier Jahren in der Realschule oder im Gymnasium den Abschluss der jeweiligen Schulform im Sekundarbereich I erreicht

oder
der Schüler oder die Schülerin hat bei Nichtbeachtung der Empfehlung den von ihm oder ihr angestrebten Schulabschluss nicht in der kürzesten Zeit oder überhaupt nicht erreicht.

So sehr eine Prognosensicherheit von über 90 % unsere Arbeit an der Orientierungsstufe bestätigt und auch einen gewissen Stolz hervorruft, ist die Tendenz zur Nichtbeachtung der Empfehlung in einigen Schuljahren seit Freigabe des Elternwillens im Schuljahr 1978/79 dramatisch gestiegen. 

Der hier von Eltern verständlicherweise geäußerte Wunsch, nur „das Beste“ für ihr Kind zu wollen, ist wohl zu verstehen, und in Fällen, wo die Kriterien für eine Empfehlung nicht in allen Bereichen eindeutig sind, nachzuvollziehen. 
Bedenklich wird es – und für uns als Lehrerinnen und Lehrer, die ein Kind 2 Jahre lang im Unterricht erlebt haben, nicht mehr nachvollziehbar - , wenn Eltern in eindeutigen Fällen trotz intensiver Beratungsgespräche ihr Kind – bei allem Respekt vor dem Elternwillen – an eine der Empfehlung nach „höhere“ Schulform schicken und damit ein Versagen des Jungen oder des Mädchen „vorprogrammiert“ ist.

Hier stellt sich die Frage nach dem Sinn einer zuvor erfolgten Elternberatung, die lt. Vorläufigen Handreichungen „neben der eigenen Entscheidungsfreiheit des Schülers oder der Schülerin und der Beurteilung durch die Lehrer während der Orientierungsstufe bei allen wichtigen Schullaufbahnenentscheidungen erfolgen muss.“
Die Wichtigkeit dieses dritten Zieles unserer Arbeit an der Orientierungsstufe drückt sich in vielfältiger Weise aus.
So beginnt unser Teil der Elternberatung schon damit, dass wir die Eltern bereits in den Grundschulen und bei deren Besuch des jährlich im Februar stattfindenden Tages der offenen Tür oder eine der weiteren Informationsveranstaltungen an unserer Schule über die Arbeit an der Orientierungsstufe informieren.
Diesen mehr allgemeinen Informationen schließen sich, sobald das Kind unsere Schule besucht, individuelle Beratungsgespräche zur persönlichen Entwicklung und zum Leistungsstand des Kindes an. Hier sind neben den für alle Eltern festgelegten Terminen der Elternsprechtage im November und im Februar immer wieder Einzelsprechstunden bei Klassen- und/oder Fachlehrern und –lehrerinnen möglich. Eine speziell auf die Schullaufbahn ausgerichtete Beratung erfolgt in der Regel Mitte des 1. Halbjahres der 6. Klasse, wobei insbesondere die „Trendaussage“ der Klassenkonferenz zum Februar schon eine ziemlich gesicherte Prognose für die weitere Schullaufbahn gibt.

Stellt sich abschließend (doch noch) die Frage: „Was machen wir heute mit den Zielen von früher?“
Noch immer sind Prognosensicherheit sowie eine gute und intensive Elternberatung unbestrittene Ziele, die wir zu verwirklichen suchen. Auch das Ziel der Chancengleichheit haben wir weiterhin „auf unsere Fahnen“ geschrieben. Dabei ist eine Chancengleichheit, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, früher und auch heute nicht in ihrer „reinen“ Form umzusetzen, sondern gilt als erfüllt, wenn alle Schüler und Schülerinnen durch ein gleiches, auf individuelle Bedürfnisse abgestimmtes Lernangebot die gleiche Chance erhalten, sich entsprechende, persönliche Voraussetzungen für den Übergang an eine weiterführende Schulen zu schaffen. 

Allerdings wurde und wird die Umsetzung dieses Zieles früher und heute anders angegangen. Während zur Erreichung des Zieles früher auf die strikte Einhaltung des Zeitplanes zur Erarbeitung eines Lernstoffes geachtet wurde – und zwar so strikt, dass auf den Tag bzw. auf die Stunde genau vereinbart wurde, dass z.B. am Dienstag, den ... in der ersten bis zur vierten Stunde eine Mathematiklernkontrolle in allen Klassen oder Kursen geschrieben werden musste – ist heute die Umsetzung der für alle verbindlichen Lernziele einer mehr den individuellen Voraussetzungen einer Lerngruppe angepassten Arbeitsweise gewichen, so dass der Lehrer oder die Lehrerin aus der Arbeit in der Klasse oder dem Kurs selbst entscheidet, wann diese in der Lage ist, einen Lernstoff durch eine entsprechende Überprüfung abzuschließen. Hierdurch wird zwar die organisatorische Planung einer Lernkontrolle schwieriger und macht vermehrte Absprachen zwischen den Kolleginnen und Kollegen erforderlich, man geht aber verstärkt auf die individuellen Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern ein.
So gesehen haben sich die grundsätzlichen Ziele der Orientierungsstufe nicht, wohl aber die Methoden zur Erreichung dieser Ziele im Laufe der vergangenen 25 Jahre geändert.
Wichtig war und ist, früher wie heute, dass am Ende der Orientierungsstufenzeit in Abwägung der persönlichen Entwicklung und des individuellen Leistungsvermögens eines Kindes von den Lehrerinnen und Lehrern in Zusammenarbeit mit den Eltern eine zum Wohle des Kindes und von der ganzen Familie zu tragende Entscheidung über die weitere Schullaufbahn getroffen wird.
In diesem Sinne halten wir weiterhin an unserer Arbeit fest.


 


Das Gutachten, das zur 'Abschaffung' derOS führte...

... finden Sie hier:
Stand und Perspektiven der Orientierungsstufe in Niedersachsen (PDF-Datei)
Weitere Links zum Thema:
Gutachten zur Schulreform  -  Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
Zehn Thesen zur Orientierungsstufe in Niedersachsen (Anna Maier-Pfeiffer / Christian Pfeiffer)
 
 
 
 
 


Historischer Abriss und Quellen:
Weitere Informationen zur OS Nikolaus Kopernikus
- von Wolfgang Siebert  -

Platz fand die neue Schule im umgebauten Gebäude der ehemaligen Volksschule Planetenring, in dem sie bis heute untergebracht ist. Wegen der hohen Schülerzahlen (im 2. Jahr bereits 1066 Kinder in 35 Klassen) waren erlassgemäß 2 Schulen, die stets wie eine Schule zusammenarbeiteten, beantragt und genehmigt worden. 

Familienfoto 1990: 
Helmut Rathmann (Mitte), Hans Behm und ganz rechts Karin Werner
Die Schulleiter der ersten Stunde waren für die OS-1 von 1974 bis 1990 Helmut Rathmann (Bild oben), der zuvor die Planetenringschule geleitet hatte und von 1974 bis 1993 Gerd Pehl (OS-2, Bild links), zuvor Konrektor der Realschule. 
Konrektoren der OS waren Karin Werner (1974 – 2002) und Hans Behm von 1974 bis 1989. Erst 1991  wurden die beiden zuerst frei gewordenen Stellen wieder besetzt:
Doris Günther leitete die OS-1 von 1991 bis 2003 und Frank Schmelz, der ebenso wie Martin Weisser die Schulleitung zwischenzeitlich unterstützt hatte, wurde 1991 Konrektor der OS-2. Mit der Unterstützung des Kollegen Steffen Walther leitet Frank Schmelz  mittlerweile beide Orientierungsstufen. Bereits 1994 war er ein Jahr lang Schulleiter der OS-2,...


1994: Frank Schmelz, Karin Werner und Doris Günther

... bis dort die Schulleiterinnen Liesel Heinrich (1995 - 1998) und Rita Noga (2001 - Januar 2004) folgten.

Wer sich nun ein Bild über das eigentliche – sehr muntere – Schulleben an der Orientierungsstufe Nikolaus Kopernikus verschaffen möchte, dem seien die nachfolgenden Quellen genannt, die allerdings teilweise vergriffen sind: 

  • In dem Bändchen Nr. 9 der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte „Viel Schüler  gab es und wenig Raum“ skizziert der Autor Gerd Pehl u.a.auch die pädagogischen Stationen des Schullebens an der OS. 
  • Jahrbücher
  • Ab 2001 wurden Berichte von Schulereignissen unter www.ori-garbsen.de ins Internet.gestellt. Auch wenn ab Ende 2004 die Homepage der OS Nikolaus Kopernikus  nicht mehr aktiv sein wird, werden sich einzelne Beiträge nach wie vor  hier (über diese Seite) im Archiv des LeineBlicks aufinden lassen.
Den allerersten Internetauftritt unserer Schule (1997) haben wir mit Material auf alten Disketten rekonstruiert: 

 

Erster Internetauftritt einer Orientierungsstufe:
AG ohne eignen PC - Bereits 1997 steht die 'Ori Garbsen' im Internet
- von Wolfgang Siebert  -

Die Anfänge waren schwierig, aber die Begeisterung groß:  Da es auf der ‚Ori‘ noch keinen  Schüler-PC  mit mindestens 486er Prozessor  gab,  half das benachbarte Kepler-Gymnasium aus. Aber auch dort stand nur ein einziger Rechner zur Verfügung.  Scheibarbeiten wurden am häuslichen PC oder an einem kleinen Computer an der OS erledigt und statt perfekter Bildbearbeitung war Zeichnen angesagt... Aber wir hatten eine eigene Schul-Homepage -  nach damaliger Recherche war es die erste einer Orientierungsstufe. 

Die Lust alles mögliche auszuprobieren war groß...
Neugierig geworden? - Klicken sie auf das Teufelchen! 
- Aber schnallen Sie sich vorher an! -


Die OS Nikolaus Kopernikus im Internet (Auszüge)
- von Wolfgang Siebert  -

 Diese Zusammenstellung ist noch in Arbeit.

 Danke!
Herrn Helmut Rathmann für die Aufzeichnungen zur Entstehurg der  Orientierungsstufe,
Herrn Martin Weisser für inhaltliche Unterstützung und besonders seiner Tochter ConstanzeWeisser für Schreibarbeiten,
Frau Karin Leinweber für die Erlaubnis 'Die Stunde Null' hier nochmals zu veröffentlichen,
Frau Karin Werner  für das Überlassen der beiden Personenbilder im Kapitel. "Weitere Informationen..."
Frau Rose Scholl vom Stadtarchiv Garbsen für die Hilfe beim Auffinden alter Bilder vom Bau der ehemaligen "Volksschule Süd", in der später die OS unterkam. 
Herrn Gerd Pehl für das Bändchen Nr. 9 der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte „Viel Schüler  gab es und wenig Raum“, das einen wertvollen Überblick  über die Garbsener Schullandschaft der letzten 5 Jahrzehnte gibt.

Alle Texte und Bilder sind Eigentum der/s jeweiligen Autorin/Autors.

Wolfgang Siebert
Im Bleeke 39
30826 Garbsen
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