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Dem Sein ganz nah:
Schülerinnen und Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums präsentieren eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte  II
-  von Wolfgang Siebert  -


Bariona und Balthasar (Gunther Kunze)
Das Stück ist nicht nur eine etwas ungewöhnliche Fassung der Weihnachtsgeschichte, sondern eben auch Sartres Auseinandersetzung mit  seiner Idee von der Hoffnung die allein auf den Menschen zurück geht. 
Außerdem gibt es Anspielungen auf das Lagerleben als Kriegsgefangener, das Sartre 1940 mit seinen Mithäftlingen führen musste.
Anja Hellwig
Auch wenn diese unterschiedlichen inhaltlichen Ebenen sicherlich nicht allen Schauspielerinnen und Schauspielern (zwischen etwa 10 und 55 Jahren) bewusst sein konnten, so ist es dank der klugen Inszenierung der Pädagogin Anja Hellwig, dem handwerklich sauberen Spiel und der Begeisterung der Agierenden zu verdanken, dass es tatsächlich gelang, den schwierigen Stoff in überaus eindrucksvoller Weise zu verwirklichen. 

 
Bei den Hirten:
Es liegt etwas in der Luft
Passant (Arvid Stöckmann ): Bariona will verhindern, dass Kinder geboren werden.
Simon (Nico van Diepen): ...Wenn ich nicht geboren wäre, würde es mir Leid tun... Es gibt Momente, die sind nicht so schlecht, man zupft ein bisschen die Gitarre, man trinkt ein Gläschen Wein... 

Kaiphas (Anja Wedemeier)
Man könnte meinen, wir sind nicht allein.  Ich spüre, dass etwas da ist.... es ist ganz rund und weich an mir... Es ist ein Duft, der bebt,  eine ungeheure Lieblichkeit die durch meine Haut bis zu meinem Herzen dringt. Ich bin bis ins Mark durchdrungen von  einem Leben, das nicht meins ist...

Paulus (Marvin Macke): Wer seid ihr?
Der Engel (Christoffer Horlitz): Ich komme  aus Hebron, ich friere.

Paulus: Und habt Ihr uns etwas zu sagen?
Der Engel: Herr mein Mund ist bitter  und meine Schultern beugen sich unter deinem  enormen Gewicht. Ich trage dich, Herr, und es ist als trüge ich die ganze Erde.
... Die Botschaft? Hier: Weckt eure Gefährten  und macht euch auf.  Ihr sollt nach Bethsur gehen und die frohe Botschaft überall ausrufen.
Kaiphas: Welche Botschaft? 
Der Engel: Es ist in Bethlehem, in einem Stall. Wartet und seid still. ... In diesem Moment  liegt in einem Stall eine Frau auf Stroh, sie leidet und schreit laut. Seid still, denn der Himmel hat sich ganz und gar geleert  wie ein großes Loch,  er ist öde und die Engel frieren...
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Da, er ist geboren!  Sein unendlicher heiliger Geist ist  gefangen in einem besudelten Kinderkörper  und wundert sich, dass er leidend und unwissend ist.
 Da: Unser Herr ist nur noch ein Kind.  Ein Kind, das nicht sprechen kann.  Ich friere...  Aber jetzt können sich die Menschen freuen.  Habt keine Angst vor mir;  weckt eure Gefährten! Geht mach Bethsur und ruft überall: der Messias ist geboren!

In Bethsur werden die Menschen zusammen gerufen.

Lelius und der Zöllner befürchten eine Revolution.


Die Menschen tanzen.


Eure Weibertänze machen mich vor Ekel kotzen!

Kaiphas: Bariona, der Engel hat zu mir gesagt:  Geh zu Bariona,  der leidet und dessen Herz voll Bitterkeit ist, und sag ihm: 
Friede auf Erden den Menschen guten Willens.
Bariona: Ich will ein Mensch bösen Willens sein! ... Ich  bin frei; und Gott selbst vermag nichts gegen einen freien Menschen.

Nun, Herr, es war ein Engel.

Los, gehen wir nach Hause...

Wartet doch, ihr, wartet. Was für eine Musik? 

Kaspar (Christoffer Horlitz), Melchior (Thomas Koch) und Balthasar
...
Christus ist geboren!
Gehen wir nach Bethlehem!

Solange ich euer Vorsteher bin, werdet ihr nicht gehen!
Ihr hindert eure Leute daran, den Messias anzubeten?

Ich glaube nicht mehr an den Messias als an alle eure Possen...
Die Würde des Menschen liegt in seiner Verzweiflung.

Balthasar: Bist du sicher, dass sie nicht eher in seiner Hoffnung liegt?

Du leidest, Bariona, und doch ist es deine Pflicht zu hoffen. Deine Pflicht als Mensch.  Für dich ist Christus auf die Ende herabgestiegen.
 Aber als Gott die Natur des Menschen geformt hat, hat er Hoffnung und Kummer verschmolzen.  Denn, siehst du,  ein Mensch ist immer  viel mehr als das, was er ist. (Der Mensch ist der dumpfen Gegenwart des Tieres entrissen.)
- Fortsetzung hier -

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