Letzte Unterrichtsgänge der Orientierungsstufe Nikolaus Kopernikus:
Besuch der Ötzi-Ausstellung im Forum des Landesmuseums Hannover
- von André Brinkop -

Garbsen, den 17.6.2004 - Am 10.6.04 ist unsere Klasse (die 5c der Orientierungsstufe Nikolaus Kopernikus) ins Forum des Landesmuseums Hannover gefahren. Dort ist zur Zeit (noch bis zum 27. Juni) eine Ausstellung über Ötzi, dem Mann aus dem Gletschereis.

Als wir im Landesmuseum ankamen, wurden wir von Frau Niebergall, die uns durch die Ausstellung führte, empfangen. Sie erzählte uns, dass Ötzi am 19.September 1991 (also vor noch gar nicht so langer Zeit) in den Alpen von dem Ehepaar Helmut und Erika Siemon aus Nürnberg gefunden wurde und nach dem in der Nähe liegenden Ötztal benannt wurde.
Bei der Bergung mit dem Hubschrauber ist seine Hüfte stark beschädigt worden. 

Forscher haben herausgefunden, dass er in der Kupferzeit vor etwa 5.300 Jahren gelebt hat. Er war etwa 45 Jahre alt. Für die Kupferzeit war das ein Greisenalter. Er hatte etwa 9 cm lange, braune Haare und blaue Augen. Um ihn herum verstreut gab es viele Beifunde wie z.B. Kleidungsstücke, Werkzeuge und Waffen.

Seine Schuhe hatten einen Boden aus Bärenfell, auf dem ein Gerüst aus Baumbast mit Fell darüber war. In dem Schuh war noch etwas Heu.
Sein Mantel war aus Fell und auch für kalte und nasse Tage sehr gut zum Anziehen geeignet. Er hatte einen Gürtel aus Fell mit einer kleiner Tasche daran.
Bei seinem Fund hatte er einen Dolch mit einer Klinge aus Feuerstein in seiner Faust. Eigentlich bewahrte er es in einer Scheide aus Baumbast, die an seinem Gürtel hing, auf.
In seiner Tasche hatte er auch noch Birkenpech, das man als Kleber benutzt z.B. um den Feuerstein als Spitze am Pfeil zu befestigen.

Auch die Kupferklinge der Axt ist u.a. mit Birkenpech befestigt, wie man sieht.




Der Ötzi hatte außerdem 2 Gefäße aus Birkenrinde, in denen er in Ahornblättern eingewickelt warme Glut bei sich trug. Das diente dazu, das Feuer nicht an jeden Ort neu anzünden zu müssen, da die Glut in den Ahornblättern weder vollständig ausgehen noch das Birkenrindengefäß anfackeln konnte. 

Er hatte außerdem einen Bogen dabei, der komischerweise unfertig war. Der Bogenstab war 1,82 m lang und überragte ihn um gut 20 cm. Dazu hatte er 14 Pfeile, von denen aber nur 2 schußbereit waren.
Während die Klinge der Axt bereits aus Metall war, bestanden das Messer und die  Pfeilspitzen noch aus (sehr scharfkantigem) Feuerstein. Den 'letzten Schliff' erhielt dieser durch gezielte Schläge mit dem nebenstehenden Werkzeug, das an einen Bleistift erinnert. Die harte in Holz gefasste 'Miene' bestand aus einem Stück Geweih.
In der Ausstellung stehen noch sehr viele Informationen auf Schildern und man kann auf verschiedenen Monitoren Filme sehen z.B. über Ötzis Bergung, wie er früher vermutlich ausgesehen hatte oder mehrere Möglichkeiten, wie er vielleicht gestorben ist. Inzwischen haben Forscher herausgefunden, dass er an einem Pfeil, der ihn getroffen hatte, gestorben ist. Das schließen sie daraus, dass in einer seiner Rippen noch die Spitze eines Pfeiles steckt.

Ein Stückchen weiter sind mehrere Tische, an denen man ein Gesellschaftsspiel über die Zeit, in der Ötzi lebte, spielen kann. Wiederum ein Stück weiter ist ein Automat, an dem man an einer Nachbildung eines Bogens ziehen kann und ein Bildschirm anzeigt, wie weit der Pfeil geflogen wäre.

Gleich daneben war eine Art Tribüne, wo es ein Stückchen hinauf auf eine Mettalplattform ging.  Dort setzten wir uns hin und Frau Niebergall zeigte uns ein paar Werkzeuge und Materialien von Ötzi, z.B. Tiersehnen, einen echten Pfeil, einen Dolch mit einer Klinge aus Feuerstein und.... und.... und.... . 

Dann zeigte sie uns einen danebenliegenden großen Kasten, der einen Eisblock darstellen sollte, in den man durch kleine Löcher in den Seiten hineinschauen und eine dort drinnen liegende Nachbildung von Ötzi sehen konnte.
Daneben ist ein Eisfach, das man öffnen und hinein fassen kann, damit man fühlt, welche Temperatur in Ötzis Zeit herrschte.
Als wir uns alles angesehen hatten, führte uns Frau Niebergall eine Treppe hoch. Dort oben haben wir uns in zwei Guppen geteilt. Die eine Gruppe durfte mit Frau Niebergall in einem abgesperrten Gang mit Pfeil und Bogen schießen.
Die andere Gruppe durfte in der Zeit einen Armschutz herstellen, den man beim Schießen um den Arm bindet, damit man sich nicht verletzt. 
Unser Werkzeug waren kleine scharfkantige Splitter aus Feuerstein. 

Danach haben wir gewechselt. Leider war unsere Zeit so knapp, dass manche nur einmal schießen konnten. Schade!!!

Am Schluss verabschiedeten wir uns von Frau Niebergall und fuhren mit der Straßenbahn zurück zur Schule, den Startpunkt unserer Reise.


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