Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (BT-Drucksache 21/7082) zeigt: Auch in der Region Hannover ist Wohnen in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten dramatisch angestiegen. Die durchschnittliche Angebotsmiete stieg von 5,83 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2010 auf 10,78 Euro im Jahr 2025. Das ist ein Anstieg von fast 85 Prozent. Allein in den vergangenen fünf Jahren, von 2020 bis 2025, stiegen die Mieten um mehr als ein Fünftel. Damit ist die Region Hannover die fünftteuerste Region Niedersachsens.
Gleichzeitig ist die Zahl untergebrachter wohnungsloser Menschen in der Region Hannover regelrecht explodiert: von 2.975 im Jahr 2022 auf 7.535 im Jahr 2026. Während die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wächst, bricht der Neubau ein: Wurden 2023 noch 5.745 Wohnungen in der Region Hannover fertiggestellt, waren es 2025 nur noch 2.085. Das ist ein Rückgang um fast zwei Drittel innerhalb von zwei Jahren.
„Diese Zahlen sind ein Alarmsignal für Hannover“, erklärt Maren Kaminski, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke und Oberbürgermeisterkandidatin für Hannover. Während die Mieten explodieren, bricht gleichzeitig der Wohnungsbau ein und immer mehr Menschen verlieren ihr Zuhause. Das ist das Ergebnis einer Politik, die dem Wohnungsmarkt zu lange freien Lauf gelassen hat. „Wer in Hannover heute eine bezahlbare Wohnung sucht, hat es so schwer wie nie“, so Kaminski.
Kaminski verweist zudem auf den Rückgang des Sozialwohnungsbestands in Niedersachsen, der landesweit von rund 90.000 Wohnungen im Jahr 2015 auf nur noch etwa 51.000 im Jahr 2025 gesunken ist. „Der soziale Wohnungsbau wurde jahrzehntelang kaputtgespart. Jetzt zahlen die Menschen den Preis dafür, auch bei uns in Hannover.“
Mizgin Ciftci, der für Die Linke als Regionspräsident kandidiert, sieht in den Zahlen einen klaren Handlungsauftrag für die Region Hannover: „Die Region trägt Verantwortung für die soziale Infrastruktur und die Wohnungspolitik weit über die Landeshauptstadt hinaus. Wenn die Mieten in der gesamten Region derart aus dem Ruder laufen und gleichzeitig der Wohnungsbau einbricht, darf die Regionsverwaltung nicht länger tatenlos zusehen. Wir brauchen eine regionsweite engere Kooperation der Kommunen beim Ankauf und Erhalt von bezahlbarem Wohnraum.“
Beide Kandidaten fordern konkrete Konsequenzen für die Landeshauptstadt und die Region Hannover. Dazu gehört ein verstärkter kommunaler Wohnungsbau mit deutlich mehr sozialem und bezahlbarem Wohnraum ebenso wie der Ankauf von Belegungsbindungen und der Erhalt bestehender Sozialwohnungen. Zudem brauche es eine konsequente Mietpreisbremse und eine schärfere Kontrolle gegen Mietwucher sowie mehr Unterstützung für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen.
„Hannover braucht eine Stadtspitze, die Wohnen als Grundrecht begreift und nicht als Ware, mit der man Rendite macht“, so Kaminski abschließend. „Ich werde mich als Oberbürgermeisterin dafür einsetzen, dass Wohnen in Hannover wieder für alle bezahlbar wird.“
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Zum Hintergrund: Die genannten Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke „Die mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Niedersachsen“ (BT-Drucksache 21/7082) sowie aus einer Sonderauswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen in den Kreisen Niedersachsens 2010–2025.