Am Freitag, den 22. Mai 2026, um 18.00 Uhr, startet am Goseriedeplatz der 6. Dyke* March Hannover.
Selbstbewusst lesbische Sichtbarkeit und Lebensweisen in ihrer ganzen Vielfalt zu zeigen und auf Mehrfachdiskriminierung sowie soziale Ungleichheit aufmerksam zu machen – das ist nach dem Verständnis der Organisator*innen der Kern des Dyke* March.
Der Dyke* March findet traditionell am Vorabend des Christopher Street Day (CSD) statt, was nicht als Konkurrenzveranstaltung zu verstehen ist. Allerdings werden die CSD-Demonstrationen noch zu oft als weiße, cis-geschlechtliche „Schwulenparade“ wahrgenommen und beschrieben. Um dieser Unsichtbarkeit von queeren FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen) auf dem CSD entgegenzuwirken, wird mit dem Dyke* March Hannover eine ergänzende Veranstaltung für mehr Sichtbarkeit von Lesben* und FLINTA* auf die Straßen Hannovers gebracht.
In diesem Jahr konzentriert sich die Organisation auf das Motto „Dykes* for Dykes*- solidarisch und sichtbar“. In der jetzigen Zeit folgt eine Schreckensnachricht nach der Anderen. Weltweit geraten queere Rechte und Freiheiten unter Druck. Kriege, Rechtspopulismus und eine kaum noch überschaubare Weltlage machen gerade mehrfachdiskriminierten Menschen Angst und sind enorm belastend für die psychische Gesundheit. Betroffene Personen neigen dazu sich abzuschotten und vereinzelt zu verzweifeln. Jedoch gibt es gerade in der queeren FLINTA* Community das große Potential sich gegenseitig zu stützen – auch über Grenzen hinweg. Deswegen ruft der Dyke* March Hannover auf zu mehr Solidarität und gemeinsam gegen die Einschränkung queerer Rechte auf die Straße zu gehen.
In den letzten Jahren waren es bereits über 300 Demonstrant*innen, die dem Aufruf des Dyke* March Hannover folgten. Wie die Fotos aus den letzten Jahren zeigen, wurde mit Transparenten, Schildern, Parolen und Fahnen bunt, laut und fröhlich demonstriert.
Auch beim diesjährigen Dyke* March werden sich wieder queere FLINTA* und Unterstützer*innen auf den Straßen Hannovers versammeln und gemeinsam für gleiche Rechte demonstrieren. Es ist ein Einsatz für mehr Demokratie und Menschenrechte, der nur gesamtgesellschaftlich erfolgreich sein kann. Das übergeordnete Ziel besteht für die Dyke* March Hannover-Organisator*innen in einer Gesellschaft, in der alle Menschen ohne Angst vor alltäglicher Diskriminierung und Gewalt aufwachsen, sich frei entfalten und in Geschwisterlichkeit leben können.
Ursprünglich stammt der Dyke* March aus den USA. In Deutschland ist durch den Zusammenschluss von 20 Städte das Netzwerk Dyke* March Germany entstanden.
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Zu den Begriffen „Dyke*“
Dykes* sind FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen), die sich dem lesbischen und/oder queeren Spektrum zugehörig fühlen. „Dyke“ war ursprünglich eine Beleidigung für Lesben in der englischen Sprache. Dieser Begriff wurde emanzipatorisch umgedeutet und als empowernde Selbstbezeichnung angeeignet. An dieser Stelle soll das Sternchen * die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten zeigen und steht als Platzhalter für vielfältige geschlechtliche und sexuelle Selbstbezeichnungen.
Zur Schreibweise mit Sternchen
* – Sternchen ist generell ein Symbol der geschlechtergerechten Sprache im Deutschen. Stellvertretend steht dieses Sternchen für alle, die sich nicht im binären Geschlechtersystem von Frau und Mann wiederfinden. Es inkludiert also unter anderem trans*, inter*, nicht-binäre, agender und fluide Personen.