Frankfurter Rundschau: Sinnvolle Änderungen

Weniger Bürokratie, steuerliche Entlastung um 50 Millionen Euro pro Jahr, mehr Geld bei Weide- statt Stallhaltung: Die Koalition im Bund hat sich auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, das die Lage der Landwirtschaft verbessern soll. Na also, ist man geneigt zu sagen, die Ampel bringt doch noch was zustande, sie beharkt sich nicht nur. Es mag der Bauernverband verächtlich von einem „Paketchen“ sprechen, das „hinter den Anforderungen der Landwirtinnen und Landwirte“ zurückbleibe. Trotzdem sind die von der Ampel geplanten Änderungen in der Summe sinnvoll, und es hätte der Bauernlobby gut angestanden, dass auch anzuerkennen, statt mit dem großen Dreschflegel dreinzuhauen. Die Landwirte haben mit ihren Protesten im letzten Winter viel bewirkt, auf EU-Ebene und nun auch national. Eine Reform des Agrarsystems, die sowohl ein gutes Auskommen für die Bauern als auch für Umwelt und Klima sichert, steckt in dem „Paket“ der Ampel nicht drin. Das ist ein weites Feld – zu groß für die Ampel alleine.