Landeskriminalamt: Sorge vor Kokainschwemme

Das Landeskriminalamt warnt vor einer Kokainschwemme in Niedersachsen. „Die Mengen, die nach Europa und auch jetzt nach Deutschland kommen, sind so groß, dass man sich da echte Sorgen machen muss,“ sagte der für ‚Organisierte Kriminalität‘ zuständige Abteilungsleiter Christian Zahel dem NDR. „Mit Kokain können höhere Gewinne als mit anderen Rauschgiften erzielt werden. Und die Großsicherstellungen, die mittlerweile im Tonnenbereich liegen, belegen, dass da Millionen verdient werden, wenn nicht sogar Milliarden.“

Zwar gab es im Jahr 2020 in Niedersachsen keine aufsehenerregenden Funde wie in anderen Bundesländern. Die Polizei stellte nach Angaben des LKA 28 Kilogramm Kokain sicher. Doch LKA-Mann Zahel blickt auf die Niederlande, Belgien oder auch Hamburg. Dort wurden zuletzt im Februar 2021 im Hafen 16 Tonnen Kokain bei nur einer Ladung beschlagnahmt. Der Leitende Kriminaldirektor geht davon aus, dass die größten Mengen über die Nordseehäfen auch nach Niedersachsen importiert werden. Die Ermittler im Landeskriminalamt verweisen im Gespräch mit dem NDR darauf, dass Rauschgift als „Schmiermittel“ der Organisierten Kriminalität gilt. Die Gewinne aus dem florierenden Drogenhandel werden nach Erkenntnissen des LKA oftmals ausgeführt und dann reinvestiert in Immobilien oder in der Bauwirtschaft.

Trotz der Pandemie gibt es im Jahr 2020 neue Höhepunkte in der Entwicklung der registrierten Rauschgiftkriminalität in Niedersachsen, heißt es im Lagebericht Rauschgiftkriminalität des LKA, der dem NDR vorliegt. Im Fokus ist dabei auch Cannabis. 2020 wurden 13 Profiplantagen und 26 Großplantagen aufgedeckt – insgesamt entdeckte die Polizei etwa 30.000 Pflanzen. Im Vorjahr war es noch weniger als die Hälfte.

Am Montag werden der Innen- und die Justizministerin den Lagebericht „Organisierte Kriminalität 2020“ für Niedersachsen vorstellen.

– Quelle dieser Meldung: NDR Niedersachsen –