Rheinische Post Wirtschaftsweise Monika Schnitzer gegen Kaufprämie für Neuwagen

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer lehnt eine Kaufprämie für Neuwagen ab. „Das ist purer Lobbyismus, genauso wie die Forderung, nun Abstriche bei Umweltauflagen zu machen“, sagte die Münchner Wirtschaftsprofessorin der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) im Vorfeld des Autogipfels der Bundesregierung, der am kommenden Dienstag stattfindet.

„Durch Kaufanreize werden Käufe vorgezogen, die in den Folgejahren fehlen.“ Außerdem würden die Prämien benutzt, um ausländische Automobilmarken zu kaufen. Schnitzer: „So war es zumindest beim letzten Abwrackprogramm in der Finanzkrise.“ Gerade die Autoindustrie, so die Wirtschaftswissenschaftlerin, habe lange „wichtige Trends wie die E-Mobilität und die Wasserstofftechnologie verschlafen“. Da könne die Corona-Pandemie keine Ausrede sein, um das alte Geschäftsmodell auf viele weitere Jahre zu zementieren, ergänzte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Die Ökonomin kann sich aber grundsätzlich Hilfen für die Autoindustrie vorstellen. „Eine Kombination von Kaufprämien z.B. für Elektro-Autos, verbunden mit Investitionen in Ladeinfrastrukturen könnte schon sinnvoll sein“, sagte Schnitzer.